Mit dem „Gang nach Canossa“ vor 930 Jahren begann die Trennung von Kirche und Staat (Bild: gemeinfrei)

Die evangelische Kirche ist bei allen politischen Verwerfungen und Richtungswechseln Deutschlands immer an führender Stelle mit dabei gewesen. Sie marschierte mal mit Pickelhaube, zwischendurch auch mal einem so gänzlich veränderten Kreuz folgend schließlich auch dann an der Spitze vorneweg, als aus einem preußischen ein sozialistischer Stechschritt des Wachregiments Felix Dziersynski geworden war. Die Bibel mal fest, mal verschämt in der Hand, hatte die Evangelische Kirche immer den Zeitgeist fest im Blick.

So auch als die Evangelische Kirche der 68er-Bewegung zu Ansehen und Durchbruch in der Gesellschaft half, als der Berliner Bischof Scharf den „Vietnam-Kongress“ und eine begleitende Demonstration ermöglichte, die zuvor durch den Berliner Senat verboten worden waren. Auf diesem Kongress ging es nach Aussage des aus der „DDR“ zugezogenen und dort in der evangelischen Kirche aktiven Rudi Dutschke auch um folgendes: „Der heutige Faschismus steckt in den autoritären Institutionen und im Staatsapparat. Den letzteren zu sprengen, ist unsere Aufgabe und daran arbeiten wir.“

Zur „Sprengung“ des Staatsapparates gehörte auch der berühmte Marsch durch die Institutionen. Ungleich angenehmer und einträglicher als die Strecke des vietnamesischen Ho-Chi-Minh-Pfades war diese Durchdringung, wenn auch zeitraubender. Zunehmend wird einmal mehr offensichtlich, dass es extrem starke Verknüpfungen zwischen Politik und Kirche gibt. Besonders eng sind hier die „Freundschaftsbande“ zwischen der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) und dem Bündnis 90/Die Grünen.

Religiöse Unterwanderung durch Politiker

Katrin Göring-Eckardt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, ist einerseits Bewerberin um die Spitzenkandidatur von „Bündnis 90/Die Grünen“, andererseits sitzt sie als Präses im Rat der

Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen) und 2009–2015 Präses der Synode der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD): (Bild: Online Team www.ekd.de; Quelle: Wikipedia: Rechte: siehe Link)

Evangelischen Kirche Deutschland (EKD). Ihr Credo lautet, dass die Kirche sich nicht nur in die Politik und Gesellschaft einmischen darf, sie muss es auch unbedingt. Ansonsten, so die Grünen-Politikerin weiter, würde die Kirche ihren Anspruch aufgeben und anfangen, sich nur noch um sich selbst zu drehen.

Auch der ideologisch nahe Kollege Frank-Walter Steinmeier (SPD) plädiert für eine stärkere Einmischung der Kirchen in die Politik. Der SPD-Franktionschef vertritt hier die Meinung, dass jenen Christen eine Stimme gegeben werden müsse, da diese sonst niemand höre. Das Anrecht auf Einmischung der Kirchen in die Politik sieht Steinmeier, der ebenfalls Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages ist, darin, dass die Kirche ein fester Bestandteil der Gesellschaft sei.

Staat hat sich nicht der Kirche zu bemächtigen

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) und Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), stimmt in diesen Chor der Religionspolitiker ein, indem er ausgerechnet den Kirchen ein „Wächteramt“ in der Gesellschaft zuschreibt. Dabei reiht der Franke als Argumente für eine stärkere religiöse Beteiligung Werte wie das Engagement für den Frieden, die Bewahrung der Schöpfung, bioethische Fragen oder den Einsatz für eine humane und solidarische Gesellschaft aneinander.

Beckstein schränkt jedoch ein, dass dies nicht automatisch bedeutet, die Kirche müsse sich auch in die politische Debatte einmischen. Er könne es aber nicht verstehen, wenn sich die Kirche zu einer Steuerreform positioniert oder sich dezidiert gegen die Kernenergie ausspricht, so Beckstein. Der Staat habe sich nicht der Kirche zu bemächtigen, sondern als Garant der Freiheit der Religion und des Glaubens aufzutreten. Und umgekehrt vergesse eine Kirche, die sich in den Bereich der weltlichen Macht begebe, ihre geistlichen Anliegen.

Evangelische Kirche wird als Wahlverein von Rot-Grün missbraucht

Diese personellen Verflechtungen von grüner, linkslastiger Politik und Kirche sind für die real politische Ausrichtungen in unserem Land nicht unbedeutend, wobei davon ausgegangen werden darf, dass diese Wechselspiele auch in nicht-christlichen, sprich islamischen Einrichtungen funktionieren. Zwar drängte zum Beispiel Günther Beckstein in seinem Amt als Vizepräsident der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland Katrin Göring-Eckhardt dazu, ihre Funktion als Präses der Synode ruhen zu lassen, insofern sie eines der Spitzenämter bei den Grünen ergattern sollte. Die Kirche müsse aufpassen, nicht als grüner Wahlverein missbraucht zu werden, so der Thüringer FDP-Generalsekretär Patrick Kurth.

Arnold Vaatz, stellvertretender Unions-Fraktionsvorsitzender im Bundestag, sieht die Neutralität der evangelischen Kirche nicht mehr gegeben. In ihrer Führungsetage sei diese längst ein rot-grünes Projekt. So berichtete Focus Online, welche personellen und politischen Verflechtungen mittlerweile zwischen kirchlichen Institutionen und maßgeblich grünen Politikern bestehen. Unerwähnt bleibt auch hier nicht die Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckhardt, Frau Ellen Ueberschär begleitet das Amt der Kirchentagsgeneralsekretärin, Mitglied der Grünen-Akademie der Heinrich-Böll-Stiftung sowie Kirchentagspressesprecher Hubertus Grass, früherer sächsischer Grünen-Landesgeschäftsführer.

„Einer von uns, aus dem was wurde!“

Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (Bild: Miebner; Quelle: Wikipedia: Rechte: siehe Link)

Wie auf www.evangelisch.de zu erfahren ist, zählt der sächsische evangelische Landesbischof Jochen Bohl ebenfalls zu den umtriebigen Grünen. Die „Grüne Zelle“ wünscht auf ihrer Homepage dem jetztigen Bischof von Sachsen schon mal „Herzlichen Glück- und Segenswunsch zur Wahl“ und erinnert in Wort und Bild an frühere Zeiten, als der Landesbischof Anfang der 70er noch Mitglied der „Grünen Zelle“ war. So nannte sich die gemeinsame Theologiestudenten-Wohngemeinschaft in Wanne-Mitte. Damals, so resümieren die Genossen und Genossinen auf der Homepage, kannte niemand den Begriff „Die Grünen; wir haben ihn sozusagen erfunden!“ Jochen Bohl ist 1993 noch stellvertretender Landessprecher der saarländischen Grünen gewesen.

Popfestivalvariante eines grünen Parteitags

Ob der personellen Verflechtungen wunderte es auch nicht, dass der 2011 in Dresden stattgefundene 33. evangelische Kirchentag wie eine grüne Parteiveranstaltung daher kam und programmatisch einem Parteitag der Ökopaxe ähnelte. Die „taz“ nannte diese Veranstaltung unter der Überschrift „Gott muss ein Grüner sein“ das „Popfestival eines grünen Parteitags“.
Extrem auffällig sei es, so Focus online, wie viele Veranstaltungen des Kirchentages vom Wutbürger bis zum Anti-Atom-Kämpfer sich mit grünen Themen beschäftigen.

„Antisemitismus mit Zivilcourage entgegentreten“, „Interkulturelle Woche 2012 wird in Potsdam eröffnet ,„Herzlich willkommen – wer immer Du bist‘“ und „Weltläden, Supermärkte und kirchliche Initiativen werben in den kommenden zwei Wochen für den fairen Handel“ lauten drei der vier aktuell angezeigten Meldungen auf der Homepage der EKD.
Noch „grüner“ kann man es haben, wenn die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland sich an Protesten gegen Abschiebestopps für Asylbewerber, Klimawandel, Gender Mainstream Diskussionen oder aber auch zu Ramadan den Muslimen Grußbotschaften zukommen lassen.

Linksüberholer

Meinungen, die dem rot-grünen Milieu fremd sind, werden in der evangelischen Kirche immer mehr stigmatisiert und dürften Andersdenkenden das Leben zunehmend schwer machen. Die grüne, linkslastige Ausrichtung passt immer weniger zum klassischen Bild der Kirche.

Nachdem aber die christlichen Parteien CDU und CSU sich politisch immer weiter nach links neigen, darf man wohl getrost davon ausgehen, dass durch die grüne Unterwanderung die Evangelische Kirche das Rennen auf der linken Spur problemlos für sich entscheiden kann.