Die islamische Welt (Bild: Ichwan Palongengi; Rechte: CC-Lizenz; Quelle: Wikipedia; Details: siehe unten)

Die Proteste in der islamischen Welt reißen nicht ab. Nach den gewaltätigen Ausschreitungen wegen dem Satirevideo „Die Unschuld der Muslime“ erregt sich die muslimische Welt nun auch noch über die Veröffentlichung weiterer Mohammed Karikaturen durch das französische Satiremagazin Charlie Hebdo.

+++ metropolico berichtet über die weitere Entwicklung im Ticker +++

  • In Dortmund demonstrierten 1.500 Muslime. Wie die Frankfurter Allgemeine berichtet, demonstierten am Samstag ca. 1.500 Muslime gegen das Mohammed-Video. Die Muslime liefen bei der Demonstration islamkonform nach Männer und Frauen getrennt. Der Sprecher der muslimischen Gemeinden Dortmund Ahmad Aweimer stellte fest, dass die Bundesregierung und die Menschen in Deutschland den „Schmähfilm“ ablehnten. Sollte der Film aber öffentlich gezeigt werden, dann würden die muslimischen Gemeinden „reagieren“. Gewalt sei aber kein Thema.
  • Frankreich. In Paris hat die Polizei laut der Süddeutsche Zeitung am Samstag einen Mann festgenommen, der zur Enthauptung eines Redakteurs des Satire-Blattes «Charlie Hebdo» aufgerufen hat.
  • In Pakistan sterben mindestens zehn Menschen. Wie der Spiegel berichtet, sterben laut Informationen der Nachrichtenagentur AP insgesamt 15 Menschen bei Protesten in Islamabad und Karatschi.
  • Toter in Afganistan. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet sind bei Protesten gegen das Satirevideo am Freitag ein weiterer Mensch getötet worden. In der pakistanischen Provinzhauptstadt Peschawar wurde der Fahrer einer Gruppe von Fernsehjournalisten getötet, als auf das Fahrzeug geschossen wurde. Pakistan ist durch die Demonstrationen weitgehend lahm gelegt.  Aus Angst vor Unruhen blieben Geschäfte geschlossen. Zur Befriedung strahlte das pakistanische Staatsfernsehen Statements des US amerikanischen Präsidenten Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton aus, indem sich beide vehement von dem Video distanzierten.
  • Indonesien: In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, wurden diplomatische Vertretungen der Vereinigten Staaten geschlossen, da befürchtet wurde, dass die Gewalttätigkeiten auch auf amerikanische Geschäfte und Restaurants übergreifen könnten.
  • Sturm auf französiche Botschaft im Iran: In Teheran versuchte eine Menge von mehreren Hunderten die französische Botschaft zu stürmen.
  • Weitgehend friedliche Demonstrationen in Malaysia: Im muslimischen Malaysia demonstrierten am Freitag 5.000 Menschen weitgehend friedlich vor der US-Botschaft. Auch dort wurde am Montag die diplomatische Vertretung geschlossen.
  • Demonstrationen von Muslimen auch in Deutschland: Wie Welt Online berichtet, sehen sich auch in Deutschland die Muslime berufen, gegen das Satirevideo zu demonstrieren. Am Freitag sind in Freiburg und Münster Demonstrationen geplant. In Freiburg werden bis zu 800 Demonstranten erwartet. Am Samstag soll in Karlsruhe und Dortmund demonstriert werden. In Dortmund rechnet man mit 1.000 Demonstranten.
    Laut Welt-Online lehnt Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD eine Verschärfung der Gesetze gegen Gotteslästerung weiterhin ab. Dagegen regte CSU-Chef Horst Seehofer die Prüfung einer Gesetzesverschärfung an. Ali Kizilkaya, der Vorsitzende des Koordinierungsrates der Muslime in Deutschland zeigt sich „irritiert“ ob der „massiven Beleidigungen“ mit denen Muslime in jüngster Zeit konfrontiert würden.

Artikelbild: Die islamische Welt (Bild: Ichwan Palongengi; Rechte: CC-Lizenz; Quelle: Wikipedia; Details: siehe Link)