Inflation steigt (Bild: Rama; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe unten)

Stark gestiegene Preise für Heizöl und Benzin treiben die Inflationsrate an die sensible 2-Prozent-Marke. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, stiegen im August die Verbraucherpreise kräftig an. Ökonomen warnen nun davor, dass die Geldpolitik der EZB den Preisanstieg zusätzlich ankurbelt.

Bayern verzeichnet höchste Inflationsrate

Das Statistische Landesamt teilte am Mittwoch in München mit, dass im Vergleich zum August des Vorjahres die Verbraucherpreise in Bayern im Durchschnitt um 2,5 Prozent gestiegen sind. Im Juli hatte die Inflationsrate bei 2,2 Prozent gelegen. Somit liegt Bayern deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Mit 13,6 Prozent lag die Jahresteuerungsrate nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung bei Heizöl besonders hoch. Die Preise für Kraftstoffe erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 9,9 Prozent, Gas wurde 5,3 Prozent teurer. Kraftstoffe kosteten beispielsweise in Bayern zehn Prozent mehr als vor einem Jahr, Heizöl verteuerte sich um fast 14 Prozent. Aber auch die Preise für Nahrungsmittel legten kräftig zu.

Die Wohnungsmieten hingegen erhöhten sich nur um 1,3 Prozent (ohne Nebenkosten). Die Preise vieler technischer Geräte sanken.

Es droht die Gefahr hoher Inflation

Wie das Handelsblatt berichtet, erwartet die Commerzbank, dass die Teuerungsrate in den kommenden Monaten über zwei Prozent klettern wird. Neben den hohen Energiekosten lasse dies auch der starke Lohnanstieg befürchten. Wie der ehemalige EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark erst am Dienstag betonte, könnte mittelfristig die Krisenpolitik der Währungshüter die Preisspirale zusätzlich beschleunigen.

Die Notenbank, so befürchtet der Ökonom, könnte sich durch den Kauf von Staatsanleihen europäischer Krisenländer selbst überfordern. Sie würde so ihre Unabhängigkeit von der Politik aufs Spiel zu setzen und schlussendlich nicht ihrer zentralen Aufgabe nachkommen, nämlich die Preisstabilität zu gewährleisten. Es droht die Gefahr hoher Inflation, so Stark – nicht heute, nicht morgen, aber mittel- bis langfristig.“ (BS)

Artikelbild: Inflation steigt  (Bild: Rama; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)