Rathaus in Hannover (Bild: AxelHH; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe unten)

Die konservative Wählervereinigung „Die Hannoveraner“ kritisieren in einer Pressemitteilung ein Islam-Statement des hannoverschen Oberbürgermeisters.  Am 21. August hat der hannoversche Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) bei einem jährlich stattfindenden Empfang anlässlich der Beendigung des islamischen Fastenmonats Ramadan geäußert: „„Muslime sind akzeptierte und willkommene Mitglieder der Stadtgesellschaft. Der Islam gehört zu Hannover“, und er sei stolz auf das „bunte Hannover“.

Tunca Özçuhadar, Generalkonsul der Republik Türkei in Hannover zusammen mit seinem Religionsattaché Abdullah Gümüssoy zählten ebenfalls zu den Gästen, die die Möglichkeit nutzten mit Vertretern, des Rats, der Verwaltung, des Migrationsausschusses und anderer Religionsgemeinschaften zusammenzutreffen.

Weil bedankte sich  in seiner Ansprache  für die herzliche Gastfreundschaft, die er bei seinen vielen Besuchen in Moscheen erlebt hätte. Als Beispiel für angebliche messbare Erfolge im Bereich der Integration nannte der Oberbürgermeister , dass mehr Kinder mit Migrationshintergrund in Kitas gehen würden.  Der Sozialdemokrat Weil rief deswegen alle Gemeinden auf, weiter in diese Richtung zu arbeiten. Aber auch die Integrierten Gesamtschulen würden angeblich Bildungserfolgsgeschichten von Jugendlichen mit Migrationshintergrund erwirken. Den neulich geschlossenen Staatsvertrag Hamburgs mit Muslimen hob Stephan Weil als „nachahmenswert“ für Niedersachsen hervor.

Gerichtsurteile dürften nicht dazu beitragen Gefühle zu verletzen

Senay Çelebi ,Vorstandsmitglied und Beauftragte für Integrationsangelegenheiten der Schura Niedersachsen e.V., dem Landesverband der Muslime in Niedersachsen hielt die diesjährige Rede zum Ramadan-Empfang. Empört zeigte sich Çelebi über das Gerichtsurteil aus Berlin, das Pro Deutschland erlaubt, Karikaturen des Propheten vor Moscheen zu zeigen. Nach ihrer Meinung trägt dieses Urteil nicht dazu bei, die Gefahr von „Rechts“einzudämmen. „Gerichtsurteile dürfen nicht dazu beitragen, den Glauben anderer Menschen zu verbieten oder deren Gefühle zu verletzen“, sagte die Vorstand-Beisitzerin der Schura Niedersachsen und forderte somit quasi ein Blasphemiegesetz für Deutschland ein.

Mit seinem Islam-Statement hat Oberbürgermeister  Weil die umstrittene undifferenzierte Aussage des Ex-Kurzzeitbundespräsidenten Christian Wulff bekräftigt und ausdrücklich für die niedersächsische Landeshauptstadt übernommen. Diese Äußerung Weils ist laut den Hannoveranern von den Anhängern der Multikultur in Hannover und von den islamischen Verbänden mit Begeisterung aufgenommen worden. Laut der Wählervereinigung würden aber nicht wenige andere Bürger Hannovers diese Meinung sicher ganz und gar nicht teilen.

Nach den Hannoveranern wissen die Muslime und die Freunde des Islam nun „sicher, wen sie in Zukunft wählen können“.
Aber auch die vielen Bürger, die dem Islam kritisch gegenüberstehen, würden jetzt sehr genau wissen, wem sie in Zukunft unter keinen Umständen ihre Stimme geben werden. „Die Hannoveraner“ schreiben dass sie schon „sehr gespannt“ auf die Wahlplakate seien, auf denen Herr Weil seine Aussage zur Niedersächsischen Landtagswahl wiederholen wird.

„Die Hannoveraner“ sehen niedersächsische Landeshauptstadt an der Grenze ihrer Integrationsfähigkeit

Die Wählervereinigung die seit letzten Jahr im Rathaus Hannovers sitzt, hofft, dass niemand außerhalb der Region Hannover der Äußerung des Oberbürgermeister Weil größere Beachtung schenkt. „Die Hannoveraner“ befürchten ansonsten Muslime könnten allerorten auf den Gedanken kommen, nach Hannover aufzubrechen, wo sie laut Oberbürgermeister Weil besonders willkommen seien. Die Wählervereinigung, sieht allerdings ohnehin schon die niedersächsische Landeshauptstadt an der Grenze ihrer Aufnahme- und Integrationsfähigkeit stehen.

Die konservativen Kommunalpolitiker sehen sich selbst abschließend deshalb als die einzige politische Kraft in Stadt und Region, die die Aussagen des Oberbürgermeisters ausdrücklich nicht teilt und fühlen sich in dieser Ansicht  einig mit „vielen bodenständigen Einwohnern, denen es in Hannover oftmals schon zu bunt wird.“ (TH)

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