Mahnmal am Opernplatz Hannover für die 6.800 jüdischen Bürger, die aus Hannover deportiert wurden (Bild: Benutzer:AxelHH; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

Seit einigen Tagen wird in Hannover über den schlechten Zustand des Holocaust-Mahnmals diskutiert. Angestoßen wurde die Diskussion vom Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, Michael Fürst.

Die unabhängige Wählervereinigung „Die Hannoveraner“, die seit 2011 mit zwei Mandatsträgern im hannoverschen Rathaus sitzen, kritisieren, dass erneut ihr Standpunkt zum Thema ebenso wie auch weitere Stellungnahmen zu anderen tagespolitischen Themen von den hannoverschen Tageszeitungen einmal mehr nicht veröffentlicht wurden. Die Wählergemeinschaft versteht sich selbst als wertkonservativ, wird aber des Öfteren von den hannoverschen Medien reflexartig als „rechtspopulistisch“ tituliert.

Politiker sind gefordert zu handeln

„Die Hannoveraner“ sehen das Mahnmal an der hannoverschen Oper als eines der wichtigsten Skulpturen bzw. Denkmäler in der niedersächsischen Landeshauptstadt an und sehen sich selbst und andere kommunale Politiker in der Pflicht, die nun bekannt gewordenen Probleme zu lösen.  „Die Hannoveraner“ fordern dass die Verschmutzungen, Beschädigungen und Beschmierungen beseitigt beziehungsweise entfernt werden und Hannovers Kommunalpolitiker – die Hannoveraner-Fraktion inklusive – die Möglichkeit und auch die moralische Pflicht haben, hier schnell und unbürokratisch für Abhilfe zu sorgen.

Das Mahnmal hat aber nach Meinung der Hannoveraner nicht nur die Aufgabe, den toten Juden zu gedenken, sondern es soll auch die Bevölkerung ermahnen, ein besonders wachsames Auge auf den Umgang mit den unter uns lebenden jüdischen Mitbürgern zu haben. Laut der Wählervereinigung könne es nicht sein, dass man sich zwar einerseits in Hannovers Politik richtigerweise um den Zustand des Mahnmals sorgt, andererseits aber gleichzeitig das Problem des Antisemitismus in Hannover zumindest teilweise nicht ernst genug nimmt.

Laut den Hannoveranern hat zwar die Politik nach den antisemitisch motivierten Steinwürfen auf Mitglieder der liberalen jüdischen Gemeinde von Muslimen, bei der eine Person verletzt wurde richtig reagiert. Bei zu vielen anderen judenfeindlichen Ausfällen – z.B. beim öffentlichen Verbrennen der Israelfahne durch islamische Fanatiker – hätte die hannoversche Politik aber bedauerlicherweise geschwiegen.

Hannoveraner prangern das Verschweigen des Antisemitismus unter Muslimen an

„Die Hannoveraner“ kritisieren dass es ein völliges Tabu in Hannover nach wie vor zu sein scheint, das große Problem des Antisemitismus unter Muslimen anzusprechen. Wer dies tue und sich kritisch zum Verhalten bestimmter Muslime äußert, riskiere nach wie vor, dafür in die „rechte Ecke” gestellt zu werden. „Die Hannoveraner“ weisen des weiteren an dieser Stelle auch darauf hin, dass sogar der Grünen-Vorsitzende Özdemir bereits 2009 vor antisemitischem Tendenzen bei Muslimen gewarnt hat und davor, dieses Problem zu unterschätzen.

Für die Hannoveraner ist auch nicht nachvollziehbar, dass die Stadt Hannover nach wie vor einige Vereine und Organisationen mit mehreren 10.000 Euro pro Jahr unterstützt, obwohl diese teilweise mit verfassungsfeindlichen, Linksextremen und antisemitischen Gruppierungen zusammenarbeiten. (TH)

Artikelbild: Mahnmal am Opernplatz Hannover für die 6.800 jüdischen Bürger, die aus Hannover deportiert wurden (Bild: Benutzer:AxelHH; Quelle: Wikipedia; Rechte: gemeinfrei)