metropolico
Das Europa der Eliten: Eine Pleite ohne Limit! (Bild: Benjamin Thorn; Quelle: pixelio.de)

Immer, wenn man denkt, dass es in der Euro-Krise schlimmer nicht mehr kommen kann, setzt irgendwer noch einen drauf. Nun kam an die Öffentlichkeit, dass zunehmend viele Länder den ESM mit unbegrenzten Mitteln ausstatten wollen. Mit anderen Worten: Die Masche sozialistischer Pleitegeier, ihre ökonomischen Hirngespinste mit der Notenpresse zu finanzieren, wird nicht einmal mehr verheimlicht, sondern offen eingefordert. Willkommen im Sozialismus.

Seit Dezember also wissen EU-Diplomaten bereits von diesem Anliegen, das für den ökonomischen Wahnsinn dieser Tage tatsächlich noch eine weitere Eskalationsstufe bedeuten würde: Der ESM soll mit unbegrenzten Mitteln ausgestattet werden, indem er bei der Europäischen Zentralbank Zugriff auf Kredite „ohne Limit“ erhält. So fordern es – kaum verwunderlich – insbesondere Europas Pleitestaaten im Süden, allen voran Italien und Frankreich.

Raubzüge südeuropäischer Sozialisten

Aus deren Sicht macht die Forderung Sinn: Sollte Spanien – und davon ist auszugehen – bald vollständig unter den Rettungsschirm schlüpfen müssen, wären die darin enthaltenen Mittel wohl schon aufgebraucht. Für eine Rettung Italiens oder Frankreichs würde der gegenwärtige ESM bei weitem nicht ausreichen. Die Forderung nach einem unlimitierten Rettungsschirm impliziert also vor allem eins: Dass diese Länder, auch Frankreich, längst selbst davon ausgehen, ihre Probleme nicht aus eigener Kraft lösen zu können. Oder besser gesagt: Lösen zu wollen.

Frankreich ist das beste Beispiel: Während die Staatsschuldenkrise ganze Volkswirtschaften in den Abgrund zieht, verteilt Frankreichs frisch gewälter sozialistischer Präsident Hollande Geschenke an sein Wahlvolk. Wie die Rückkehr zur Rente mit 60 beispielsweise, was jedem Arbeitnehmer hierzulande, wo mitunter schon von Rente mit 70 die Rede ist, wie blanker Hohn vorkommen muss.

Es war und ist der einfachste Weg für Europas Sozialisten, ihre ökonomisch blauäugige Politik auf Schulden zu bauen und mit der Notenpresse zu finanzieren. In der Vergangenheit bezahlte stets nur das eigene Volk für diese institutionalisierte Verantwortungslosigkeit: Mittels Inflation und Abwertungsrunden wurden die Menschen ärmer, geplündert von denen, die ihnen sozial- und wirtschaftspolitische Wunderwerke versprachen, in Wahrheit aber mit einer heimlichen Steuer den ohnehin schon spärlichen Wohlstand raubten. Nun kommt diesen politischen Verbrechern – und so muss man sie wahrlich nennen – noch die Währungsunion zugute, in der es ein paar halbwegs vernünftig wirtschaftende Länder wie Deutschland gibt, auf deren Kosten es sich ganz hervorragend misswirtschaften lässt. Denn erstens stabilisiert Deutschland den Euro, weswegen die Preissteigerungseffekte geringer ausfallen als zu Franc- und Lirazeiten. Und zweitens, und vor allem zweitens, ist dieses Deutschland, beziehungsweise seine politische Elite, so narrisch verliebt in die Gemeinschaftswährung und so destruktiv devot gegenüber europäischen Partnern, dass es sich aus  vermeintlicher Solidarität ein ums andere mal bereitwillig plündern lässt. Man nennt es in der Öffentlichkeit Euro-Rettung, in Wahrheit sind es Raubzüge südeuropäischer Sozialisten.

Ein erschreckender politischer Totalitarismus

Die Summen, die schon vor der Krise von Geberländern zu Nehmerländern flossen, gingen in die Milliarden. Mit Banken-, Staaten- und Währungsrettung sind es längst hunderte Milliarden, inklusive der Haftungsrisiken durch das schon bis dato verantwortungslose Gebaren der Europäischen Zentralbank marschiert Deutschland auf eine reale Belastung in Billionen-Größe zu. Es ist kein Wunder, dass angesichts dieser Zahlen die erste Ratingagentur Zweifel an Deutschlands guter Bonität äußerte. Im Grunde ist es vielmehr ein Wunder, dass Deutschland angesichts dieser katastrophalen Politik überhaupt noch durchweg das Tripple-A-Rating genießt.

Kein Wunder, sondern schlicht und ergreifend eine große Frechheit ist derweil, dass Luxemburgs sozialistischer Außenminister Jean Asselborn Deutschland aktuell vor einer Isolation in Europa warnt und allen Ernstes behauptet: „Ich will kein Deutschland haben, vor dem man Angst hat“. Wohlgemerkt: Jenes Deutschland, das mit Abermilliarden für Südeuropas Staatsschulden haftet, macht dem Luxemburger Sozialisten Angst, weil es tatsächlich wagt, darüber zu diskutieren, wann es vor lauter Retterei selbst mit in den Abgrund gezogen würde. Wer der Ökonomie nur halbwegs kundig ist, muss dieser Tage nicht vor Deutschland, sondern vor dem Rest Europas gehörig Angst haben, und dort zuvorderst vor den zahlreichen Sozialisten.

Schon im Begriff der „Alternativlosigkeit“ offenbarte sich ein erschreckender politischer Totalitarismus. Derselbe Totalitarismus findet sich in Asselborns Aussagen, der in bester SED-Manier Denk- und Redeverbote fordert, gleichwohl blinde Gefolgschaft gegenüber undemokratischen Organisationen wie der EU-Kommission oder dem ESM. Mit dem Rettungsschirm „ohne Limit“ ist nur ein weiterer Begriff geboren, der eindrucksvoll zeigt, wie tief Europa in der Krise gesunken ist. Ökonomisch, politisch, intellektuell. Und der Begriff zeigt, wohin die Reise mit dieser politischen Kaste führen wird. Dahin nämlich, wo alle Staaten gelandet sind, deren Anführer Entscheidungen „alternativlos“ nannten, die blinde Gefolgschaft forderten, Rede- und Denkverbote erteilten und ihren Bürgern die Mär erzählten, mittels Knopfdruck (oder wie auch immer) über Reserven „ohne Limit“ zu verfügen: In der Pleite.

Willkommen im Sozialismus!

Die, die sich Euro-Retter nennen, sind in Wahrheit Architekten einer Pleite „ohne Limit“. Der Sozialismus erhält in Europa schon seit langem Einzug durch die Hintertür. Und der wirtschaftliche Niedergang der letzten Jahre ist das wohl deutlichste Zeichen seiner Anwesenheit. Die Marktwirtschaft steckt tatsächlich in der Krise, nicht aber aus sich selbst heraus, sondern weil sie erstens schleichend abgeschafft wird, und man sie zweitens auch noch (erfolgreich) zum Sündenbock für die Folgen planwirtschaftlicher Politik erklärt. Eine Ironie, über die man lauthals lachen könnte, wären die Folgen nicht so gravierend. Und so fatal, auf lange Sicht.

Denn eines ist sicher: Diese Politik des Schuldenmachens, Planwirtschaftens und Volkbelügens wird scheitern, so wie sozialistische Politik immer gescheitert ist. Sie scheitert an der Realität, die sie ignoriert, die sie zu verklären sucht und über der sie allen Ernstes zu stehen glaubt. Die Frage ist nicht, ob sie scheitert, sondern wann. Und wie hoch der Preis dafür dieses Mal sein wird. Spätestens dann, wenn es sprichwörtlich nichts mehr zu beißen gibt, dürfte auch dem allerletzten Weltverbesserer und Wirtschaftslaien auf schmerzhafte Weise klar werden, welch düstere Stunde es geschlagen hat: Willkommen im Sozialismus! Und wie kommen wir jetzt aus diesem Mist wieder raus?