Andreas Molau (in der Mitte): (Bild: Kontraesan; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe unten)

Wie der NDR berichtet, steigt Andreas Molau aus der rechten Szene aus. Laut dem Bericht soll Molau mit dem niedersächsischen Verfassungsschutz Kontakt aufgenommen haben. Er nimmt ein Aussteigerprogramm in Anspruch, wie der Verfassungsschutz bestätigte. 

Nur ausnahmsweise hat der Verfassungsschutz die Meldung bestätigt, da Molau selbst den Weg in die Öffentlichkeit gewählt hat.

NSU-Morde nicht zugetraut

Der politische Weg des Andreas Molau war über die NPD zu PRO NRW ein zeitlich sehr langer. Aber nun will er wohl endgültig damit brechen. Der ehemalige Walddorflehrer spricht laut NDR sogar davon, wieder als Lehrer tätig sein zu wollen. „Wenn ich wieder einen Weg zurück in die Gesellschaft haben will, dann kann der nicht gerade sein. Ich kann mich nicht morgen vor eine Klasse stellen, um zu sagen: ‚Es ist nichts gewesen.‘ Aber es muss eine Chance geben, wenn auch in Etappen.“

Molau sprach von einer skurrilen Szene, der er die NSU-Morde nicht zugetraut habe. Die Fähigkeit zur Konspiration und zur Organisation habe ihn überrascht.

PRO-NRW-Stellungnahme wenig glaubhaft

Den Anstoß zum Ausstieg sei die Aschermittwochsrede Udo Pastörs gewesen, dem Vorsitzenden der NPD-Fraktion im Schweriner Landtag, deren Mitarbeiter Molau war. PRO-NRW teilt derweil mit, der Vorsitzende Markus Beisicht habe Molau zum Austritt aus der Partei gedrängt. Schon aufgrund der Abfolge der Ereignisse und Meldungen ist das allerdings wenig glaubhaft. Da der Schritt angeblich dazu dienen sollte, um Angriffen gegen Beisichts Organisation die Spitze zu nehmen, ist zumindest verwunderlich, warum der PRO-NRW nicht sofort damit an die Öffentlichkeit trat, sondern bis zur Veröffentlichung des Ausstiegs von Molau wartete.

PRO NRW war auch im letzten Bundesverfassungsschutzbericht als Verdachtsfall erwähnt. Wie berechtigt dieser Verdacht ist, dürfte jetzt für die Verfassungsschutzämter noch deutlich nachvollziehbarer werden. (CJ)

Kommentar zum Thema: Spitze des Eisbergs?

Artikelbild: Andreas Molau (in der Mitte): (Bild: Kontraesan; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe Link)