Frankreichs Präsident François Hollande hält sich an sein Wahlversprechen und will den Spitzensteuersatz auf 75 Prozent anheben, sowie die Vermögensteuer mehr als verdoppelt. Frankreichs „Reiche“ treten die Flucht an.

François Hollande (Bild: Jean-Marc Ayrault; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe unten)

Die französische Nationalversammlung begann letzte Woche mit der Debatte über drastische Steuererhöhungen. Die parlamentarische linke Mehrheit stoppte somit rigoros die Politik des Vorgängers Nicolas Sarkozy.

Die Abgeordneten stimmten in einer ersten Debatte letzte Woche mehrheitlich für eine Sonderabgabe zur Vermögenssteuer zu. Vermögen ab einem Jahreseinkommen von einer Million sind davon betroffen und sollen mit einem Spitzensteuersatz von 75 Prozent belegt werden.

Ebenfalls soll die Vermögenssteuer schon ab einem Vermögen von 800.000 Euro greifen und nicht wie bisher ab einem Vermögen von 1,3 Millionen. Zudem soll die Vermögenssteuer mehr als verdoppelt werden. So unglaublich es klingt: Es ist nach dieser Steuerreform möglich, dass mit dem höheren Spitzensteuersatz und der Sozialsteuer im Einzelfall ein Steuersatz von über 100 Prozent des Jahresbrutto-Einkommes möglich sein könnte.

Woher nehmen? Also stehlen!

Die sozialistische Regierung will im Herbst diese umfassende Reform der Steuer durchführen. Die Nationalversammlung beschloss bereits im Vorfeld die Abschaffung der Steuerbefreiung für Überstunden und die Abschaffung der sogenannten sozialen Mehrwertsteuer. Sie sollte im Oktober eingeführt werden, um Unternehmen im Gegenzug von Sozialabgaben entlasten zu können.

Frankreich braucht dringend und schnell mehr Geld. Wie alles sozialistische Regierungen vergreift sich auch Hollande am Eigentum seiner betuchten Bürger. Neben einer neuen Dividendensteuer sowie höheren Vermögens- und Erbschaftssteuern wird die Regierung seine Spitzenverdiener mit einem Spitzensteuersatz von 75 Prozent bestrafen.

Reiche Franzosen spielen nun in einem nicht unmaßgeblichem Umfang mit dem Gedanken, ihrem Land den Rücken zu kehren. Auswanderungsagenturen verzeichnen einen eklatanten Anstieg an Beratungsgesprächen auswanderungswilliger, gutbetuchter Franzosen.

Hexenjagd auf Reiche

Nicht nur die extrem starken Steuererhöhungen der Sozialisten bewegen Frankreichs Finanzelite zu solchen Schritten. Wie Welt Online berichtete, sehen diese auswanderungswillige Franzosen durch die Sozialisten die „Hexenjagd auf Reiche“ für eröffnet an. Selbst Parteigenossen des sozialistischen Präsidenten Hollande sehen diese Entwicklung als besorgniserregend an. Wer in Frankreich Werte und Vermögen schaffe, wird nun plötzlich als schlechter Mensch gesehen, so ein in London tätiger französischer Vermögensverwalter, der die Besorgins seiner Klienten mit diesen Worten wiedergibt.

Deutschland für reiche Franzosen unattraktiv

Die auswanderungswilligen Franzosen streben maßgeblich nach Luxemburg, Genf und London. Abgeschlagen davon wird Deutschland als Ziel genannt. Grund hierfür ist, dass selbst die konservative Regierung über Vermögenssteuern und Enteignungsmöglichkeiten laut nachgedenkt. Wie metropolico berichtete, schlugen Ökonomen des DIW aktuell das Werkzeug der Zwangsanleihe vor. Dazu sollen Wohlhabende mit einem Vermögen über 250.000 Euro, dem Staat zu Niedrigstzinsen zwangsweise ihr Erspartes leihen oder über eine Vermögenssteuer übereignen.

Dieser Vorschlag wurde von der Bundesregierung wohlwollend aufgenommen. Selbstredend unterstützen Die Linken (metropolico berichtet)  und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) solche Enteignungsmaßnahmen. Ob diese nun die vorgeschlagenen Zwangsanleihen des DIW oder der 75 prozentige Spitzensteuersatz des Herrn Lafontain betrifft, das Prinzip ist dasselbe wie beim sozialistischen Bruder in Frankreich.

Reiche sind mobil

Mahnende Stimmen, wie ein ehemaliger Berater von Präsident François Mitterand weisen darauf hin, dass die Wohlhabenden die „mobilste Bevölkerungsgruppe“ seien, deren Kaufkraft und Steuerabgaben man schmerzlich vermissen werde, wenn diese erst einmal aus dem Land gegangen seien.

Auch den deutschen Wohlhabenden dürfte es an Mobilität nicht fehlen. (BS)

Artikelbild: François Hollande (Bild: Jean-Marc Ayrault; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe  Link)