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Weiß um die Pflicht des Steuerzahlers: Direktorin des IWF, Christine Lagarde (Bild: MEDEF; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sorgte in den letzten Tagen für Schlagzeilen und in Griechenland für Empörung. Die frühere französische Ministerin für Wirtschaft und Finanzen hatte die Hellenen dazu aufgefordert, das Jammern einzustellen und Steuern zu zahlen. Nun geriet ihre eigenes Einkommen und ihre nicht vorhandene Steuerpflicht in die Kritik.

Die ohnehin schon unterentwickelte Bereitschaft, den alle versorgenden griechischen Staat  am eigenen Einkommen zu beteiligen, war in der Krise noch weiter zurückgegangen. Allerdings stellen sich immer mehr die Frage, ob Lagarde die richtige Person für den Appell  zum Zahlen der Steuern ist.

Wie die britische Zeitung The Independent berichtet, ist Lagarde aufgrund ihrer Arbeit und des damit einhergehenden Diplomatenstatus von jeder Steuerpflicht befreit. Lagarde Äußerungen, sie hätte mit armen afrikanischen Kindern mehr Mitleid als mit den gebeutelten Griechen, ist auch angesichts ihres Verdienstes nun Gegenstand der Diskussion – und der Empörung.

Statt bedingungsloses Grundeinkommen, bedingungslose Spesen

Die Politikerin, die Deutschland als französische Ministerin noch vorgeworfen hatte, es würde zuviel exportieren und anderen so keine Chance lassen, hat nach Darstellung des Independent ein höheres Einkommen als der amerikanische Präsident.

Die Geschäftsführende Direktorin des IWF erhält neben ihrem Grundeinkommen von 467.940 $ (377.553 €), das alljährlich automatisch mit der Inflation steigt, eine Aufwandsentschädigung von 83.760 $ (67581 €), die ohne Nachweise ausgezahlte werden, und weitere Unterhaltskosten.

The Independent sieht sich an den Ausspruch erinnert, „wenn sie (die Armen, Anm. d. Red.) kein Brot haben, dann lasst sie Kuchen essen“, der fälschlicherweise Marie Antoinette zugeschrieben wird. Das könnte insofern als falsches Bild aufgefasst werden, da die Griechen zuvor kein Brot, sondern eben jenen Kuchen schon reichlich verspeist haben. Ein Umstand, den auch die Direktorin des IWF so sieht. Aus ihrer Sicht ist nun Zahltag für die steuerpflichtigen Griechen. Ob die Griechen die letzten sind, die ein Zahltag ereilt, darf bezweifelt werden. (CJ)

Artikelbild: Weiß um die Pflicht des Steuerzahlers: Direktorin des IWF, Christine Lagarde (Bild: MEDEF; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)