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Vom Goldrausch erfasst: Der LINKE Abgeordnete Andrej Hunko (Bild: Darius Dunker; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

DIE LINKE ist immer um das Volk besorgt, es sei denn, es ist das eigene. Dieser Angewohnheit nachkommend hat sich der Abgeordnete Andrej Hunko mit großem Eifer daran gemacht, Griechenland das angebliche Unrecht auszugleichen, das dem Schuldensünder durch die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg widerfahren ist. Richtig ist, es gab Unrecht. Warum dies nun erneut herausgekehrt wird, ist auch mehr als klar. Der von Ralph Giordano so genannte „Schulddruck“ soll einmal mehr den deutschen Michel zum Zahlmeister machen.

Und so zieht Hunko sich die Sorgenfurchen ins Gesicht und fragt – nach wiederholten Anfragen seiner Fraktion, die bis ins Jahr 1995 zurückreichen – nach dem den Griechen durch die Deutschen gestohlenen Gold. Die seit 1942 aufgelegten Zwangsanleihen in Griechenland liegen dem linken Abgeordneten Hunko im Magen.

Doch ist hier Deutschland nicht allein. Denn unter dem „Duce“ marschierte Italien, was häufig vergessen wird, fleißig an deutscher Seite durch Europa, woher auch angeblich der Begriff „Itaka“ kommt (italienischer Kamerad). Als Partner beim Sturmlauf durch Europa macht Mussolini Hitler 1942 auf die besorgniserregende wirtschaftliche Situation in Griechenland aufmerksam.

Und so schickten der Faschist und der Nationalsozialist Sonderbeauftragte in das Geburtsland der europäischen Demokratie. Doch das Gold der Griechen wurde nicht wirklich gestohlen. So berichtete das Handelsblatt schon 2010 davon, dass das gelbe Edelmetall der Griechen nach einigen Wirrungen und Irrungen in Athen landete und bis 2010 zu einem ansehnlichen Schatz von 142 Tonnen anwuchs.

Dennoch wechselten unter der deutsch-italienischen Besatzung, die 1943 zu einer rein teutonischen wurde, Tonnen von Gold ihren Besitzer. Doch, so wundert sich Hunko in der Fragestunde des Bundestages, warum sind die Griechen so zurückhaltend, wenn es um ihre Forderungen geht? Anders als Hunko wohl vermutet, dürften die Griechen nicht aus allzu großer Furcht vor den Deutschen so viel Zurückhaltung zeigen, sondern aus einem ganz anderen Grund. Die Hellenen waren nicht die Beraubten, sondern die Komplizen, die zusammen mit den deutschen Besatzern das Gold an sich rissen.

Götz Aly beschreibt in seinem Buch „Hitlers Volksstaat – Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus“ mitunter auch, warum die Griechen so zurückhaltend sind. So heißt es etwa in dem Kapitel „Deutsch-griechisches Schweigen“ [sic!] unter anderem: „Später mussten die deutschen und die griechischen Beteiligten ihre Geschäfte zum gegenseitigen Nutzen niemals leugnen, weil sie geheim blieben, dass nach dem Krieg niemand danach fragte.“ Das Gold der Juden blieb zum größten Teil in Griechenland und wechselte den Besitzer. Die Griechen erhielten das Gold und die deutschen Wehrmachtssoldaten wurden verpflegt. Daher ist die Rückerstattung des Goldes letztlich die Forderung, Griechenland das Gold zu geben, das es längst hat, das es gemeinsam mit der Wehrmacht den Juden raubte, die danach massenhaft deportiert und ermordet wurden.

Daher müsste dieses in Griechenland verbliebene Gold, wenn es denn verbracht werden sollte, einem südöstlich von Hellas gelegenen Staat zufließen. Ob das allerdings die Zielsetzung der von antisemitischen Strömungen und von Israelhass durchdrungenen Linken ist, darf bezweifelt werden.

Doch letztlich geht es Hunko ohnehin nicht um das „Gold der Griechen“, das tatsächlich den Juden aus Saloniki und anderen Städten gehörte. Wie von Sarrazin beschrieben und – weniger empört aufgenommen – von Helmut Schmidt in einer umjubelten Rede vor der SPD klargestellt, ist die Geschichte des Dritten Reichs und damit der Holocaust Anlass und Begründung, die deutschen Bürger zahlen zu lassen für ein Projekt der Eliten.

Obwohl uns diese EU beständig nutzt, uns wohlhabender, sicherer, freier, demokratischer macht, erleben wir, dass wir unablässig unsere Rechte, Freiheiten, demokratischen Einflussmöglichkeiten und die Früchte unserer Arbeit in dieses Moloch transferieren sollen. Ist auch nur leiser verbaler Widerstand spürbar, werden uns aus einem über 1.000 Seiten umfassenden Buch die alles entscheidenden zwölf Seiten vorgehalten. Doch ist schon nicht mehr wichtig, was dort zu lesen steht, es wird nur noch als die Beschreibung unserer Schuld gegenüber allen anderen verstanden.

Aber selbst wenn Deutschland Griechenland denn irgendetwas schuldete, sollte man das – wie ein guter Kaufmann – gegenrechnen. Etwa mit dem Geld, das sich Griechenland ergaunerte, als es drei Mal mehr Agrarfläche gegenüber Brüssel angab als das Land insgesamt hat. Der Saldo der Forderungen dürfte für Zahlmeister Deutschland ein günstiges Ergebnis zeigen. Da Deutschland ohnehin ständig Rechnungen präsentiert bekommt, lasst uns endlich die Gegenrechnung aufmachen. Denn zu den 1.000 und zwölf Seiten sind weitere hinzugekommen. Auf denen stehen auch die schon beglichenen Rechnungen.

Artikelbild: Vom Goldrausch erfasst: Der LINKE Abgeordnete Andrej Hunko (Bild: Darius Dunker; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)