Islamabad (Bild: Fast track ; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

Wegen der Verbreitung von blasphemischen Inhalten wurde der Kurznachrichtendienst Twitter am Sonntag von Pakistaner Behörden gesperrt.

Wie das Nachrichtenmagazin Handelsblatt berichtet, sperrte die pakistanischen Telekommunikationsbehörde PTA den Twitter Dienst. Als Grund für die Sperrung wurde  „blasphemisches Material“ angegeben. Genauer geht es hier um einen geplanten Wettbewerb, welche Twitternutzer aufforderten, Karikaturen von Mohammed ins Netz zu stellen.

Ein Vertreter des pakistanischen Ministeriums sagte, man habe von Twitter mehrfach verlangt, den Wettbewerb nicht zuzulassen. Twitter habe aber nicht reagiert. Die Ideologie des Islam verbietet die bildliche Darstellung ihres Propheten. Verstöße hiergegen werden in einigen islamischen Ländern mit dem Tode bestraft. Schon 2010 hat Pakistan Facebook und YouTube wegen angeblicher blasphemischer Inhalten blockiert. Im Jahre 2005 führte die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» zu irrationalen Empörungswellen in muslimischen Ländern, in dessen Folge mindestens 100 Todesopfer zu beklagen waren.

Mordversuch und Auszeichnung wegen einer Karikatur

Der dänische Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard wurde von muslimische Rechtsgelehrten auf eine entsprechende Liste gesetzt und mit diesem Akt zugleich sein Tod gefordert. Die Forderung, den 76-jährigen Künstler zu töten, ist heute noch gültig. Kurt Westergaard entging einem bereits versuchten Mordanschlag, welcher öffentlich von islamischen Rechtsgelehrten begrüßt wurde. Im Jahr 2010 erhielt Westergaard den Potsdamer Medienpreis für seine unbeugsame Haltung. Die Auszeichnung überreichte seinerzeit Bundeskanzlerin Merkel, die anmerkte, dass das Geheimnis der Freiheit der Mut sei.

Twitter hat in den letzten Jahren auch in Ländern wie dem islamischen Pakistan stark an Popularität gewonnen. Schätzungsweise nutzen rund 6 Mio. Menschen den Micro-Blogging-Dienst in Pakistan. (BS)

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