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Präsident des Sudan: Umar al-Baschir (Bild:DefenseImagery.mil ; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

Die Regierung des Südsudan ist im Konflikt um die ölreiche Region Abiye mit der islamisch geprägten  Nachbarrepublik Sudan um Entspannung bemüht. In einem Brief an die Vereinten Nationen sagte der Südsudan das Ende aller Feindseligkeiten zu und erklärte, alle Polizeieinheiten aus der zwischen beiden Staaten umstrittenen ölreichen Region Abyei abzuziehen.

Das südsudanesische Kabinett habe am Samstag einen entsprechenden Beschluss gefasst, heißt es in dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Der Südsudan war erst im vergangenen Jahr nach jahrzehntelangen Kämpfen unabhängig geworden. Die sudanesische Regierung von Präsident Umar al Baschir hingegen erklärte in einigen Grenzgebieten zum Süden den Notstand und rechtfertigte einen Einsatz der Luftwaffe. Dies berichtete eine staatliche Internetseite unter Berufung auf eine Erklärung des Präsidenten Omar al-Baschir. Der Anordnung des Präsidenten zufolge gilt der Ausnahmezustand in bestimmten Regionen in den Staaten Südkordofan, Weißer Nil und Sennar. Welche weiteren Maßnahmen getroffen werden, wurde allerdings nicht mitgeteilt.

Recht das Land mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen

Der Sudan habe das Recht, die territoriale Integrität des Landes mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen, sagte der sudanesische UN-Botschafter Dafallah ElHadsch Ali Osman der staatlichen Nachrichtenagentur Suna am Sonntag. Dies gelte umso mehr, als Soldaten des Südsudan im Staatsgebiet des Nordens unterwegs seien. Am Montag wurden nach Darstellung der südsudanesischen Regierung bei einem Luftangriff in der Stadt Bentiu zwei Menschen getötet. Gegen den Präsidenten des Sudans al-Baschir besteht seit 2008 ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) in Den Haag , wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im Darfur-Konflikt.

Sudan verhaftet UN-Mitarbeiter

Wie n-tv derweil berichtet hat der Sudan im Grenzgebiet zum Süden vier Ausländer wegen angeblicher Spionagetätigkeit festgenommen. Die Männer, unter ihnen ein Brite und ein Norweger, hätten sich in der Region um das wichtige Ölfeld Heglig aufgehalten und „verdächtige Aktivitäten“ unternommen, sagte der sudanesischer Armeesprecher Al-Sawarmi Khalid. Armeesprecher Al-Sawarmi Khalid wörtlich.“Uns ist es gelungen, vier Ausländer in Haft zu nehmen: Einen Briten, einen Norweger, einen Südsudanesen und einen Südafrikaner“.Die Männer wurden am Samstag festgenommen und in die Hauptstadt Khartum geflogen. Die sudanesische Regierung wirft ihnen vor, vom Südsudan rekrutiert worden zu sein. Sie hätten Spionage betrieben, um den Südsudan im Kampf um die ölreichen Grenzregionen zu unterstützen. Der Südsudan wies die Vorwürfe umgehend zurück.Einer der Männer sei ein Mitarbeiter der Vereinten Nationen, berichtete der Rundfunksender „Radio France International“ (RFI). Die norwegische Hilfsorganisation Norsk Folkehjelp erklärte, der festgenommene Norweger arbeite als Minenräumer im Südsudan. Sie verlangte seine sofortige Freilassung.

Lage in Sudan-Region äußerst angespannt 

Seit Jahresbeginn haben der Südsudan und der Sudan mehrmals die Möglichkeit eines Krieges gegeneinander betont. In den ölreichen Grenzregionen ist die Lage aufgrund der Aktivitäten von Aufständischen-Gruppen  äußerst angespannt, die, wie der Süden mutmaßt, vom Norden unterstützt werden. Der Sudan wirft seinerseits dem Südsudan vor, die Rebellen der Sudanesischen Volksbefreiungsfront Nord in den Grenzstaaten Südkordofan und Blauer Nil zu finanzieren, wo die meisten sudanesischen Ölvorräte lagern. (TH)

Präsident des Sudans: Umar al-Baschir (Bild:DefenseImagery.mil ; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe Link)