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Nach dreieinhalb Jahren Obama: Amerika leidet unter schwacher Wirtschaft (Bild: Gerd Altmann; Quelle: pixelio.de)

Die US Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2012 um 2,2 Prozent. Die letzten drei Monte davor war die Wirtschaftsleistung noch um 3 Prozent gewachsen, wie die Nachrichtenagentur Reuters mitteilt. Die Zahlen, so schwach sie auch sein mögen, sehen manche als beruhigend an. Schließlich würde ein Teil des Wachstums durch die verstärkte Nachfrage der Verbraucher getragen. Andere kritisieren, man übersehe dabei, dass der auf den Konsum fixierte Markt die Schwierigkeiten herbeiführte, die die größte Volkswirtschaft der Welt nun schon seit Jahren am Rand einer Depression entlang schlittern lassen.

So ging auch die Sparrate der Amerikaner wieder zurück. Während der Prozentsatz des zurückgelegten Geldes im vierten Quartal noch bei 4,5 lag, wurden von Januar bis März lediglich 3,9 Prozent auf die Hohe Kante gelegt. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Sparquote in den letzten Jahren um die 10 Prozent. Die amerikanische Wirtschaft wird vom Konsum angetrieben, der 70 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung ausmacht. Die Sparrate, über die Geld in Investitionen fließt, ist nicht dazu angetan, die Schwerpunkte zu verschieben. Doch die zunehmend schlechter werdenden Zahlen auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt wirken sich negativ auf das Verbrauchervertrauen aus, so dass es zumindest als offen angesehen werden kann, ob die Konsumenten die Wirtschaft aus dem Tal herauszuziehen vermögen.

Dass die amerikanische Notenbank die Zahlen zum Anlass nehmen wird, die Niedrigzinspolitik fortzusetzen, sehen die meisten Beobachter als wahrscheinlich an. Doch die Politik des billigen Geldes stand bei der gegenwärtigen Krise am Anfang. Daher wird diese von vielen nicht als Weg aus der Misere angesehen.

Amerika am Rande der Rezession?

James Pethokoukis weist zudem darauf hin, welche Gefahr Wachstumszahlen um die zwei Prozent bedeuten. So folgte laut einer Untersuchung der amerikanischen Bundesbank seit 1947 auf zwei Quartale mit Wachstumsraten von unter zwei Prozent in 48 Prozent der Fälle eine Rezession.

Insofern könnte man die schwachen Wirtschaftsdaten auch als Alarmzeichen werten. Denn schließlich lagen diese nicht nur knapp oberhalb dieser Marke und auch immer weit hinter dem zurück, was die Administration Barak Obamas mit ihrer Politik erreichen wollte und als Ziel ausgab. So blieb die Wirtschaft beständig hinter den Erwartungen des Weißen Hauses zurück. So auch 2011 als die ökonomische Gesamtleistung der USA lediglich um 1,7 Prozent zulegte und damit das beschriebene Anzeichen für eine bevorstehende Rezession bereits zeigte. Im Jahr 2009, nachdem die Demokraten die Wirtschaft mit 800 Milliarden Dollar stimulierten wollten, ging Obama von einem Wachstum von 4,3 Prozent in den Jahren 2011 und 2012 aus. Eine Zahl, hinter der man in der Realität weit zurück blieb.

Obama schätzte Staatsprogramme und Wirkungen falsch ein

Ebenso von der im Jahr 2010 avisierten Zahl von 3,5 Prozent Wachstum für das Wahljahr 2012 bleibt man augenscheinlich weit entfernt. Dieser Vorhersagewert wurde in der Ankündigung Obamas im letzten Jahr für 2012 sogar noch auf 4,0 Prozent erhöht. In der neuesten Einschätzung geht das Weiße Haus von einem Wachstum von 3 Prozent für das Jahr 2012 aus, was manchen immer noch zu optimistisch erscheint.

Präsident Obama muss auch eine andere Zahl fürchten: Seit 11 Quartalen versucht der Demokrat nun die amerikanische Wirtschaft auf den Pfad der Erholung zu führen. Dabei setzt er vor allem auf den Staat und dem von ihm ausgehenden Impulse. Dabei bauen er und die Demokratische Partei auf den Ausbau der Verschuldung, des Sozialstaates und auch der Stärkung des „grünen“ Energiemarktes. Mit diesen Rezepten hat Obama seit Beginn seiner Politik zur Wirtschaftserholung insgesamt ein Wachstum von 7 Prozent erreicht. Zum Vergleich: Ronald Reagan hatte innerhalb des gleichlangen Zeitraum von 11 Quartalen ein Wachstum von 18 Prozent generiert. Ein Vergleich, den der Präsident bis zu den Wahlen im November diesen Jahres wohl noch öfter zu hören bekommen dürfte. (CJ)