Nigel Farage bei seiner Rede im EU-Parlament. Im Hintergrund: Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso (BIld: Screenshot aus dem Video am Ende des Beitrags)

Der bekannteste britische Euro-Kritiker, der Europa-Parlamentarier Nigel Farage (UKIP), hat in einer Rede im EU-Parlament erneut schwere Vorwürfe gegen gegen die Politik von Jose Manuel Barroso und anderen Euro-„Rettern“ erhoben. Ein Video der Rede, die Farage bereits am 18. April im EU-Parlament hielt, wurde nun von der Bremer Wählervereinigung Bürger in Wut mit deutschem Untertitel versehen und ins Internet gestellt (siehe Video am Ende des Artikels).

Wie gewohnt, sparte Farage in seiner Rede an klaren Worten nicht. Gleich zu Beginn beklagte er, dass es eine große Schande sei, dass Herr von Rumpoy (der Präsident des Europäischen Rates und Vorsitzender der Euro-Gipfel, Anm. d. Red) nicht anwesend sei. Denn dieser habe erst vor kurzem gesagt, das Schlimmste sei vorbei und der Wendepunkt sei erreicht. „Er teilte sogar mit, dass er die Euro-Krise gelöst habe! Nun, heute haben wir einen etwas realistischeren Herrn Barroso hier, der sagt, wenn wir seiner Politik folgen und zusammen halten, dann können wir diese Krise am Ende überwinden. Entschuldigen Sie, niemand glaubt Ihnen mehr!“ Angesichts der sich „rapide verschlechternden Situation“ wirkten diese Kommentare „lächerlich“, so Farage weiter.

„Der Euro ist dem Untergang geweiht!“

Der UKIP-Vorsitzende verwies in der Folge auf Spanien, wo die Massenarbeitslosigkeit zunehme und die Demokratie bedroht sei, auf Italien, wo Wachstumszahlen rückläufig seien und die Staatsanleihen sich verschlechtern. Nun hätte sogar ein IWF-Funktionär gesagt, „dass es offensichtlich ist, dass der Euro an einem gewissen Punkt zerbrechen wird“. Dementsprechend schlussfolgerte Farage: „Der Euro ist dem Untergang geweiht!“

Selbst wenn Griechenland die Sparziele der EU-Kommission einhalten würde, hätte es im Jahr 2020 noch immer eine Verschuldung von 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und selbst wenn Spanien im Stande wäre, seine Produktivität um ein halbes Prozent pro Jahr zu steigern, was derzeit unwahrscheinlich erscheine, würde es 40 Jahre dauern, die Wettbewerbslücke zu Deutschland zu schließen. Diese Politik könne nicht erfolgreich sein, so Farage.

„Es ist nur eine Frage des wie!“

„Glücklicherweise, außerhalb dieser Institution, sprechen Ökonomen auf der ganzen Welt jetzt davon, dass es unausweichlich ist, dass der Euro zusammenbrechen wird. Es ist nur eine Frage des wie!“, ließ Farage die Parlamentarier wissen, die teilweise versuchten, den Redner mit Zwischenrufen aus dem Konzept zu bringen (was nicht funktionierte), oder sich wie Barroso mit arrogantem Grinsen darüber hinweg zu setzen versuchten (was geradezu verräterisch wirkt).

Farage beendete seine Rede damit, dass er hoffe, dass der IWF die „Rettungsschirme“ nicht weiter unterstütze und dass er sich wünsche, dass nicht ein Penny vom britischen Steuerzahler mehr dafür verwendet werde, „um etwas zu stützen, dem es erlaubt sein sollte, zu sterben“. (MP)

Das Video der Rede von Nigel Farage:

Video-Credit: Vielen Dank an UKIP und die BIW