Blick auf Dnjepropetrowsk (Bild: Hoodrat; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe unten)

Sechs Wochen vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine wurde in einem der beiden Gastgeberländer eine schwere Anschagsserie verübt. In der ukranischen Industriestadt Dnjepropetrowsk explodierten vier Sprengsätze an belebten Plätzen.

Die Bomben wurden an belebten Plätzen gezündet. Bislang sollen nach übereinstimmenden Medienberichten 27 Menschen verletzt worden sein, darunter neun Kinder.

Geburtsstadt der ehemaligen Präsidentin

Der erste Sprengsatz war in einem Abfalleimer an einer Straßenbahnhaltestelle detoniert. Danach explodierten drei weitere Bomben, unter anderem vor dem Bahnhof der Stadt.

Dnjepropetrowskist die Geburtsstadt der ehemaligen Präsidentin Julia Timoschenko, die nach ihrer Amtszeit wegen Amtsmissbrauch zu einer langen Haftstrafe verurteilt wurde. Zuletzt hatte der Fall Timoschenko für Aufsehen gesorgt, da sie in Gefangenschaft misshandelt worden sein soll. Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Fall Timoschenko und den Anschlägen gibt, ist derzeit noch nicht bekannt.

Boykott des EM-Standorts?

Am 8. Juni beginnt in Polen und der Ukraine die Fussball-Europameisterschaft. Das Finale soll am 1. Juli in Kiew stattfinden. Im Vorfeld des Turniers mehren sich nun die Bedenken. Menschenrechtsorganisationen riefen zum Boykott des EM-Standorts Ukraine auf.

EU-Kommissarin Viviane Reding sagte infolge der Ereignisse um Timoschenko ihren Besuch zu einem Spiel in der Ukraine ab. Auch Bundespräsident Joachim Gauck kündigte an, eine geplante Reise in die Ukraine nicht anzutreten.

Kommentar zum Thema: Verräterische Doppelmoral

Artikelbild: Blick auf Dnjepropetrowsk (Bild: Hoodrat; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe Link)