Maschinen von Lufthansa auf ihrem wichtigsten Drehkreuz, dem Flughafen Frankfurt (Bild: Heidas; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe unten)

Die größte deutsche Fluggesellschaft, die Lufthansa AG, hat ein massives Sparprogramm angekündigt. Weltweit sollen 3.000 der insgesamt 6.000 Arbeitsplätze in den Bereichen Finanzen, Personal und Buchungen abgebaut werden. Alleine am Standort Frankfurt seien 1.500 der 3.000 Abreitsplätze betroffen, berichtet die Bild-Zeitung.

Damit reagiert die Lufthansa auf den wachsenden Druck durch Billig-Konkurrenten wie RyanAir und Emirates. Vor allem im Europaverkehr schreibt die Airline seit Jahren rote Zahlen. Bis 2013 soll sich das ändern. Dazu sollen die verbliebenen Mitarbeiter in eine neue Gesellschaft ausgegliedert werden und dort zu schlechteren Konditionen arbeiten. So soll ihnen bei mehr Arbeitszeit weniger Gehalt bezahlt werden. Auch steht nach wie vor die Überlegung im Raum, weitere Flüge über die Lufthansa-Tochter Germanwings abzuwickeln, die allerdings ebenfalls verlustreich ist.

Rapides Wachstum der größten arabischen Fluglinie

In den vergangenen Jahren haben Billig-Anbieter wie EasyJet und Ryanair mit Dumping-Preisen große Marktanteile in Europa übernehmen können. Im internationalen Geschäft wächst zudem der Druck vor allem durch Anbieter aus arabischen Ländern. Fluggesellschaften wie Emirates oder Etihad erfreuen sich weit niedrigerer Lohn- und Betriebskosten, da die meisten ihrer Arbeitnehmer in Ländern wie Saudi-Arabien angestellt sind. Zudem sind Steuern und Abgaben für Airlines dort weit geringer, das Kerosin wesentlich günstiger und die Regierenden, zumeist reiche Scheichs, unterstützen den Aufbau ihrer Fluglinien mit Milliardensummen.

So hat beispielsweise die Airline Emirates mittlerweile insgesamt 90 Flugzeuge vom Typ A380 bestellt und damit weit mehr, als irgendeine andere Airline (zum Vergleich: Lufthansa bestellte bisher 17 Stück, AirFrance und BritishAirways jeweils 12 Stück). Und das, obwohl Emirates nur zirka halb so viele Fluggäste pro Jahr transportiert wie die Lufthansa. Allerdings könnte sich das angesichts des rapiden Wachstums der größten arabischen Fluglinie schon bald ändern.

Denn während sich die saudi-arabische Airline unter Leitung von Scheich Ahmad ibn Sa’id Al Maktum, dem Onkel des aktuellen Herrschers von Dubai, der Subvention mit Milliarden Petrodollars erfreut, verschlechtert sich in Europa das politische Klima für Fluglinien zunehmend. Das gilt auch und vor allem für Deutschland, wo mittlerweile sogar Gerichte Nachtflugverbote für Großflughäfen erteilen.

Weitere Hürden

Im Januar 2011 wurde in Deutschland eine weitere Steuer, die Luftverkehrsabgabe, eingeführt. RyanAir beispielsweise strich daraufhin zahlreiche Flüge von deutschen Standorten und verlagerte diese teilweise auf Flughäfen hinter der Grenze. Mittlerweile hat RyanAir die Lufthansa als nach Fluggastbewegungen größte Airline Europas abgelöst.

Eine weitere Hürde droht europäischen Airlines im internationalen Wettbewerb durch die Einführung der umstrittenen Co2-Lizenzen, die dem so genannten „Klimaschutz“ dienen sollen. Zwar sollen auch ausländische Fluggesellschaften bei Flügen nach Europa zur Kasse gebeten werden. Durch die verzweigten Netze der Airlines würde jedoch jenen Gesellschaften mit Sitz in Europa und europäischen Flughäfen als Drehkreuzen auch dadurch ein weiterer Nachteil entstehen. (ME)

Artikelbild: Maschinen von Lufthansa auf ihrem wichtigsten Drehkreuz, dem Flughafen Frankfurt (Bild: Heidas; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe Link)