Kündigte nach den Morden von Toulouse ein hartes Vorgehen gegen Islamisten an: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy (Bild: Richard Pichet; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

Nach dem Terroranschlag des Islamisten Mohammed Merah in Toulouse erhöhen die französischen Behörden den Druck auf islamistische Gruppierungen. Am Freitag wurden mehrere Razzien durchgeführt und 19 Personen verhaftet.

Die Razzien fanden in Toulouse, Paris, Nantes und Marseille statt. Federführend waren der französische Inlandsgeheimdienst DCRI und Anti-Terror-Ermittler der Pariser Polizei. Die Spezialeinheit RAID, die auch Merahs Appartment gestürmt und den Islamisten getötet hatte, war ebenfalls an den Einsätzen beteiligt.

Hartes und konsequentes Vorgehen

Nicolas Sarkozy kündigte weitere Razzien an: „Es wird an anderen Orten weitere Einsätze geben“, so Frankreichs Staatspräsident an die Adresse der Islamisten im Land. Sarkozy hatte bereits kurz nach dem Tod Merahs ein hartes und konsequentes Vorgehen gegen radikal-islamische Gruppierungen angekündigt. Nun scheinen seinen Worten Taten zu folgen.

Zu den Festgenommenen vom Freitag zählt Mohammed Achamlane, Anführer der Gruppierung „Forsane Alizza“, die erst vor wenigen Wochen verboten wurde. Ob auch Mohammed Merah mit „Forsane Alizza“ in Kontakt stand, ist derzeit nicht bekannt. Merah selbst hatte sich als „Muhadscheddin“ bezeichnet und behauptet, zu Al Qaida zu gehören. Bei den Durchsuchungen wurden mehrere Gewehre der Marke Kalaschnikow gefunden. Auch Merah besaß eine solche Waffe und schoss damit kurz vor seinem Tod wild um sich.

Geschmacklose Sympathiebekundung

Derweil wurde bekannt, dass Mohammed Merah auf einem muslimischen Friedhof in Toulouse beigesetzt wurde. Lokalpolitiker der Stadt befürchten, dass das Grab nun zur Pilgerstätte für radikale Islamisten werden könnte. Im Internet äußerten zahlreiche Muslime ihre Sympathien für den Täter. Eine Internetseite, die zum Gedenken an Mohammed Merah eingerichtet wurde, hatte in kürzester Zeit über 10.000 Unterstützer, bevor sie vom französischen Innenministerium gelöscht wurde.

Über eine weitere, geschmacklose Sympathiebekundung berichtet Gudrun Eussner in einem Beitrag auf ihrem Blog. Dort wird ein Foto aus der französischen Stadt Tarbes (15 Kilometer entfernt von Toulouse) gezeigt, auf dem ein Text zu sehen ist, der an eine Wand geschmiert wurde. In dem Text heißt es unter anderem: „Du bist ein kühner Ritter des Islam gewesen, du hast die zionistische Scheiße bekämpft und die falschen Muslime“. Der Autor des Textes bezeichnet Merah als seinen Bruder und wünscht ihm: „Ruhe in Frieden“. (MP)

Artikelbild: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy (Bild: Richard Pichet; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)