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Die nach Sultan Selim I., auch genannt "der Grausame", benannte Moschee in Mannheim (Bild: Frank; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

Die Mannheimer Jusos befürworten Planungen der Stadt Mannheim einen vor allem von türkischen Migranten bewohnten Stadtteil offiziell einen türkischen Namen zu geben. Die Stadt Mannheim will zukünftig stärker mit dem türkisch geprägten Einkaufsviertel in den G- und H-Quadraten werben. Die Reaktionen im Internet auf diese Pläne empören die Jusos.

Buntes Mannheim

Christian Dristram, Vorsitzender der Jusos Mannheim, erklärt in einer Pressemitteilung der Jungsozialisten: „Mannheim ist eine bunte Stadt mit internationalem Profil. Die Stadt kann und soll offensiv mit ihrer Offenheit und Interkulturalität werben. Eine offizielle Benennung des Viertels, um die Vorzüge Mannheims zu unterstreichen, begrüßen wir ausdrücklich.“

Die Jusos äußern sich auch positiv über den bisherigen, im Volksmund verbreiteten Namen „Klein Istanbul“. „Viele Mannheimerinnen und Mannheimer verbinden Gutes mit dem Namen und dem Viertel“, behauptet Dristram. Die Jusos schlagen daher vor, mit dem bereits verbreiteten Namen zu werben, da dieser angeblich über Akzeptanz in der Bevölkerung verfügt. „Klein Istanbul“ oder „Little Istanbul“ sind laut der Stadtverwaltung allerdings bislang nicht als potentieller neuer Name für das Stadtviertel in den G- und H-Quadtraten vorgesehen.

Empörung über Volksmund

„Erschüttert“ zeigen sich die Jungsozialisten von spöttischen Reaktionen im Internet, die angeblich rechtspopulistisch und antiislamisch geprägt seien. Nach Bekanntwerden des Vorhabens der Stadt waren Vorschläge, das Viertel in „Döner-Block“ oder „IQ75-Zone“ umzubenennen in diversen Blogs und Facebookeinträgen aufgetaucht.

Die Jusos verurteilen diese Einträge mit scharfen Worten: „Die Mannheimer Lebensart ist geprägt von Menschen unterschiedlichster Herkunft, die hier zusammen an einer gemeinsamen Zukunft arbeiten. Für rechte Parolen ist bei uns und im Internet kein Platz. Wir brauchen keine erneute Debatte über eine vermeintliche deutsche ‘Leitkultur’“, kritisiert die stellvertretende Juso-Vorsitzende, Miriam Duttweiler und schließt: „Es ist bezeichnend, wenn unter dem Deckmantel des sogenannten „Patriotismus“ Fremdenfeindlichkeit geschürt wird. Nationalistisches Gedankengut hat in unserer Gesellschaft keinen Platz, egal unter welchem Etikett.“ (TH)

Artikelbild: Die nach Sultan Selim I., unter anderem mit dem Beinamen „der Grausame“ benannte Moschee in Mannheim (Bild: Frank; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)