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Wurde über Hiroshima abgeworfen: Atombombe "Little Boy" (Bild: Makalu79; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)
Im Falle einer atomaren Bedrohung aus dem Iran befürworten laut einer Meldung der Nachrichtenageuntur AFP 53,9 Prozent der Befragten in einer Umfrage des in Istanbul ansässigen „ Center for Economics and Foreign Policy Studies“ die Entwicklung eigener Atomwaffen. Die Mehrheit sprach sich somit für eigene noch zu entwickelnde Atomwaffen aus und sieht sich so besser geschützt als durch die Nato, auf die sich nur die Minderheit verlässt.

Rund 35 Prozent der Befragten gaben an, die Türkei solle im Bedrohungsfall nicht unter allen Umständen Atomwaffen entwickeln. Nur acht Prozent der Befragten vertrauen auf den militärischen Schutz der NATO, in der die Türkei seit 1952 Mitglied ist. Für die Erhebung des Institutes wurden 1.500 wahlberechtigte Türken in diversen Provinzen der Türkei befragt.

Die Umfrage fand auch vor dem Hintergrund der iranischen Rüstungsbemühungen und der damit einhergehenden Auseinandersetzung mit Israel statt.

Iran sieht eigene Rückschlagfähigkeit beeinträchtig

Das Verhältnis der Türkei zum Iran ist belastet seit die Erdogan-Regierung ein Frühwarnsystem des Nato-Raketenschildes im südosttürkischen Malatya installierte. Kontrolliert wird das Frühwarnsystem laut Welt Online von dem deutschen Nato-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz aus. Der Iran reagierte mit großer Verärgerung auf das neue NATO-Abwehrsystem in der Türkei. Die Installation werde zu Spannungen und Konsequenzen führen, sagte Ramin Mehmanparast, Sprecher des Außenministeriums, gegenüber dem staatlichen Fernsehen des Iran.

In einem Interview mit der ägyptischen Tageszeitung Al-Akhbar sagte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad, die Zustimmung für das Frühwarnsystem sei der Türkei von den USA „aufgenötigt“ worden und schade ihren Interessen. Ahmadinedschad hatte bereits im Oktober 2011 kritisiert, dass das Frühwarnsystem Israel helfen würde, „falls sie militärisch gegen Iran vorgehen und wir mit Raketenangriffen zurückschlagen“. (TH)

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