Mit dem heutigen Start von metropolico-TV beginnt das Team von metropolico mit einer neuen Phase. Mit Video-Kommentaren und Dokumentationen werden wir Politik und Zeitgeschehen kritisch begleiten. Zum Einstieg beantwortet Christian Jung die Frage, wie sich sein Weg zur Islamkritik gestaltete und ob seine Arbeit in der Ausländerbehörde München, in der er für Ausweisungen und Abschiebungen zuständig war, seine politische Sicht beeinflusst hat.[ref]Die Fragen waren anlässlich eines Vortrags „Der Islam und die Zuwanderung – Europa und der Islam“ aufgetreten, den Christian Jung am 25. Januar 2012 in München hielt. Unter dem Video finden Sie einen kurzen Überblick über den gesamten Vortrag.[/ref]

 

Vortrag: Der Islam und die Zuwanderung – Europa und der Islam

In dem Vortrag vor der Burschenschaft Cimbria in München brachte Jung verschiedene Themengebiete zusammen. „Wir dürfen die Probleme nicht nur einzelnen und völlig isoliert betrachten, sondern müssen sie zusammen führen,“ so Jung. In seinem Vortrag nahm die Ideologie des Islam, dessen Geschichte einschließlich des Auseinanderfallens in die tolerante mekkanische und die kriegerische medininensische Phase, die Grundlagen des Islams und die ihm innewohnende Gewalt, die Intoleranz der Politreligion und ihren Herrschaftsanspruch einen breiten Raum ein.

Arabischer Frühling wirkt sich auf Europa aus

Diese Informationen bettete Jung dann in die weiteren Aspekte seines Vortrages ein und stellte unter anderem die demographischen Entwicklungen in Europa und die in den nordafrikanischen und islamisch geprägten Staaten gegenüber. „Die demographische Entwicklung sowie der ‚arabische Frühling‘, der tatsächlich ein weiteres Wiedererstarken islamischer Herrschaft darstellt, werden für einen immensen Zuwanderungsdruck nach Europa führen“, ist eine Schlussfolgerung Jungs.

Alle Länder, in denen der arabische Frühling seinen Niederschlag gefunden hätte, wären von einem sogenannten Youthbulge betroffen. Diese Ausstülpung der Alterspyramide liegt vor, wenn die Anzahl der jungen Männer durch die Gesellschaft nicht ausreichend mit Arbeit, Einkommen und Prestige versorgt werden kann. Das ist regelmäßig der Fall, wenn die 15-24-Jährigen mindestens 20 Prozent, bzw. die 0-15-Jährigen mindestens 30 Prozent der Gesamtgesellschaft ausmachen. Die Lösung der damit einhergehenden sozialen Probleme würden entweder über Auswanderung oder inneren Konflikt, wie zum Beispiel Bürgerkrieg, „gelöst“.

Mit Ergebnissen von Meinungsumfragen, die zu Beginn des arabischen Frühlings erhoben worden waren, wurde in dem Vortrag sehr deutlich, wie wenig dies von Beginn an eine Demokratiebewegung war. So gaben gegenüber dem pew-Institute 49 Prozent der befragten Ägypter an, der Islam habe unter Hosni Mubarak nur eine kleine Rolle in der Politik gespielt. Nach Ansicht von 95 Prozent der Ägypter sollte der Islam allerdings eine große Rolle in der Politik spielen.

Zuwanderungsdruck hat Europa nichts entgegen zu setzen – bislang

Die Auswirkungen der weiter zunehmenden Bedeutung des Islams für die wirtschaftliche Prosperität dieser Länder werden nach Ansicht Jungs verheerend sein, was zu weiteren Zuwanderungswellen führen werde. Diese würden in Europa und insbesondere in Deutschland zu einem viel zu hohen Prozentsatz in die Sozialsysteme führen. So sind die Zuwanderer Kanadas zu 46,1 Prozent Hochqualifizierte, in Deutschland hingegen nur zu 18,9 Prozent.

Das Europa diesem bislang nichts entgegen zu setzen habe, machte Jung deutlich als er auf das Thema Ausländerrecht – Anspruch und Wirklichkeit einging. Da nur 14,7 Prozent der ausreisepflichtigen Ausländer Deutschland tatsächlich verließen und nur 5,8 Prozent abgeschoben würden, sei der politische Unwillen schon erkennbar, das bestehende Recht durchzusetzen.

Da das Ausländerrecht – wenn überhaupt – nur scheinbar deutsche Interessen im Blick habe, würden sich die Probleme des Sozialstaates verschärfen. Die widerstreitenden Interessen würden dann offener zutage treten.

Wirtschaftliche Entwicklung entscheidend

Zum Abschluss ging Jung in seinem Vortrag auf Euro- und Schuldenkrise ein. „Der Verlauf dieser Krise ist entscheidend dafür, wie sich die europäischen Gesellschaften entwickeln. Denn noch können die Probleme mit sozialen Wohltaten übertüncht werden. Wenn dieser Tauschhandel für die europäischen Staaten nicht mehr möglich ist, werden die Konflikte in ihrer ganzen Schärfe auf- und ausbrechen.“ Dabei müsse man beachten, dass Spannungen auch in einer Minderheits- und Parallelgesellschaft möglich sind, die durch einen Youthbulge geprägt ist. „Dies beiden Effekte dürften sich dann verstärken“, so Jung zum Abschluss.