metropolico
Eine Feinunze Gold (Bild: Olegvolk; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe unten)

Wie eine Anfrage der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) im Wiener Parlament ergab, hat die Österreichische Nationalbank (OeNP) zumindest einen Teil ihrer Goldreserven an Brüssel übertragen. Das berichtet die Internetseite unzensuriert.at.

Dem Bericht nach versucht der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Gerhard Deimek seit geraumer Zeit, Klarheit darüber zu erlangen, ob sich die österreichischen Goldreserven noch im Besitz der Nationalbank befinden. Und damit im Besitz des Volkes. Bisland hatte das Finanzministerium jedoch jede Auskunft verweigert, und zwar mit Verweis auf eine „Ausweispraxis innerhalb des Eurosystems“, die besagen soll, dass über Lagerstätten des Goldes der nationalen Zentralbanken innerhalb des Eurosystems keine Auskünfte erteilt würde.

Wirklich „futsch“

Die Erklärung erscheint durchaus merkwürdig, da eine ähnliche Anfrage im deutschen Parlament beantwortet und der Lagerort des Goldes mitgeteilt wurde. Immerhin herrscht nun auch in Österreich Klarheit, zumindest über einen Teil des Goldes: Über 718.000 Feinunzen wurden am 30.12.2011 an die Europäische Zentralbank übergeben. Der Marktwert des Goldes zu jenem Zeitpunkt: 874 Millionen Euro.

Öffentlich wurde der „Nationalbankraub“ ebenfalls durch eine parlamentarische Anfrage. In der Antwort der österreichischen Regierung heißt es, die Übertragung der Goldreserven sei notwendig gewesen, um die Gemeinschaftswährung auf den internationalen Märkten abzusichern und zu stabilisieren. Weiter heißt es in der Antwort der Regierung: „Nachdem die eingezahlten Reserven ein Garant für die Stabilität und die Überlebensfähigkeit des Euros sind, muss auch deren Bestand langfristig gesichert sein. Alleine die rechtliche Möglichkeit eines Zugriffes nationaler Zentralbanken auf die Reserven der EZB würde die Märkte verunsichern und die Stabilität des Euros deutlich gefährden. Aus diesem Grund ist in der ESZB/EZB-Satzung eine solche Zugriffsmöglichkeit auch nicht vorgesehen.“ Somit ist auch eine Rückführung der übertragenen Goldreserven an die OeNP nicht mehr möglich. Das Gold ist also wirklich „futsch“, aus Sicht der Bürger Österreichs.

Aufsehen und Widerspruch

Auch in Deutschland hat es in der Vergangenheit Überlegungen gegeben, die Goldreserven der Bundesbank zwecks Euro-Rettung an die EZB zu übertragen. Zuletzt hatte US-Präsident Barack Obama diese Vorgehensweise auf dem G20-Gipfel in Cannes vorgeschlagen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schien das Vorhaben seinerzeit zu Unterstützen. Es scheiterte jedoch allem Anschein nach am Widerspruch der Bundesbank. „Rein zufällig“ erfuhr die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Kreisen des Frankfurter Instituts von dem Vorhaben und berichtete darüber.

In der deutschen Öffentlichkeit sorgte das Vorhaben für großes Aufsehen und Widerspruch. Das Vorhaben verlief im Sande. Allerdings würde es nicht verwundern, wenn im Hintergrund nach wie vor auf Druck von Brüssel nach Mitteln und Wegen gesucht wird, auch die deutschen Goldreserven an die EZB zu übertragen. Die Goldreserven der deutschen Bundesbank gehören zu den größten der Welt und haben einen Wert von über 100 Milliarden Euro. (MP)

Artikelbild: Eine Feinunze Gold (Bild: Olegvolk; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe Link)