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Joachim Gauck kurz nach seiner Wahl zum elften Bundespräsidenten. Kanzlerin Mekel gratulierte als erste. (Bild: metropolico)

Am morgen wurde Joachim Gauck als neuer Bundespräsident vereidigt. In seiner Antrittsrede betonte Gauck sein Thema, die „Freiheit“, und stellte klar, dass diese mit der Gerechtigkeit eng verknüpft ist.

„Ich empfinde mein Land als Land des Demokratie-Wunders“, sagte Gauck mit Blick auf die Nachkriegszeit und den Begriff des Wirtschaftswunders. In seiner Antrittsrede stellte Gauck nicht nur die historischen Verbrechen der Deutschen heraus, sondern genauso sehr die großen, positiven Momente der deutschen Geschichte, wie beispielsweise die deutsche Einheit. Diese sollten uns Mut geben für zukünftige Herausforderungen, so Gauck. Gemeint sei damit allerdings kein Paradigmenwechsel in der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, sondern eine „Paradigmen-Ergänzung“.

Bekenntnis zur Europäischen Integration

Zudem forderte Gauck Politiker und Bürger auf, aufeinander zuzugehen. „Wir haben alle nichts von einer Distanz zwischen Regierenden und Regierten“, so Gauck. Die Politikverdrossenheit vieler Bürger sehe er mit großer Sorge.

Kanzlerin Merkel dürfte sich derweil besonders über Gaucks Bekenntnis zur Europäischen Integration gefreut haben. „Wir müssen mehr Europa wagen“, sagte der frisch vereidigte Bundespräsident. Auch in Sachen Integration gab sich Gauck politisch korrekt, die Impulse seines Vorgängers Christian Wulff in dieser Sache würden ihm „beständig am Herzen liegen“.

Notwendige Bedingung von Gerechtigkeit“

Mit Blick auf sein wichtigstes Thema, die Freiheit, machte Gauck klar, dass diese nicht – wie ihm aus linken Kreisen oft vorgeworfen wurde – losgelöst von der Gerechtigkeit zu sehen sei,. Vielmehr sei Freiheit eine „notwendige Bedingung von Gerechtigkeit“, umgekehrt sei „das Bemühen um Gerechtigkeit unerlässlich für das Bewahren von Freiheit.“

An die Adresse der Rechtsextremisten im Lande sagte Gauck unmissverständlich: „Euer Hass ist unser Ansporn. Wir lassen unser Land nicht im Stich“. Die Demokratie sei die Zukunft, Extremismus die Vergangenheit, so der Bundespräsident. (ME)