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Der Kandidat von SPD, CDU, FDP und Grünen für das Amt des Bundespräsidenten: Joachim Gauck (Bild: Dontworry; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

In Berlin ist die Bundesversammlung zusammen getreten, um einen neuen Präsidenten zu wählen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird Joachim Gauck heute elfter Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Gauck genießt die Unterstützung von Union, SPD, FDP und Grünen. 

metropolico berichtet im Ticker über die Ereignisse in Berlin:

  • Bundesversammlung eröffnet.Um 12.00 Uhr eröffnet Bundestagspräsident Norbert Lammert die Bundesversammlung. In seiner Eröffnungsrede verweist Lammert auf das historische Datum des heutigen Tages: Am 18. März 1990 fand die erste freie Volkskammerwahl der DDR statt. Zudem betont Lammert die Ereignisse im März 1848: Die „Märzforderungen“ der Frankfurter Paulskirche hätten die Grundstein für die Verfassung gelegt.
  • Lammert dankt Seehofer. Lammert dankt dem bayerischen Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) für seinen Einsatz in den letzten Wochen. Die Bundesversammlung applaudiert.
  • Steinmeier: „Gauck zu sehr verengt“.   SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier beklagt im Interview mit der ARD, dass Gauck  in den letzten Wochen in der Berichterstattung zu sehr auf das Thema Freiheit verengt wurde. Gauck stünde auch für Soziale Gerechtigkeit, so Steinmeier.
  • Lammert eröffnet Wahl. Die Formalien der Wahl des Bundespräsidenten haben begonnen. Derzeit werden die Namen der Teilnehmer der Bundesversammlung verlesen.
  • Gysi beklagt erneut Ausschluss bei der Kandidatenwahl. Im Interview mit der ARD beklagt Gysi erneut, dass die Linkspartei bei der Suche nach einem Nachfolger für Wulff ausgeschlossen wurde. Beate Klarsfeld wird indes einmal mehr als Nazijägerin inszeniert.
  • Roth wünscht sich Würde für das Amt. Grünen-Vorsitzende Claudia Roth wünscht sich, dass Gauck dem Amt des Bundespräsidenten die Würde zurück gibt. Das Amt liege „zetrümmert am Boden“, aber Gauck sei der richtige Kandidat, um die Würde wieder herzustellen.
  • Kenan Kolat trauert Wulff nach. In der Berichterstattung der ARD kommt der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, zu Wort und hält quasi eine Laudatio auf Christian Wulff. Der ehemalige Präsident habe viel für die Integration getan, mehr als die meisten anderen Politiker. Wulff sei „unser Bundespräsident“ (gemeint sind wohl die Türken) gewesen, auch Gauck solle „unser Bundespräsident“ werden, so Kolat. Dass der Islam zu Deutschland gehöre, sei die Realität.
  • Stimmabgabe beginnt. Das Verlesen der Namen ist beendet. Die Teilnehmer der Bundesversammlung geben nun ihre Stimme ab.
  • Der erste Wahlgang ist abgeschlossen. Norbert Lammert ist in den Raum gegangen, in dem sich Joachim Gauck befindet. Das wird als Zeichen gewertet, dass Gauck wie erwartet im ersten Wahlgang zum elften Bundespräsidenten gewählt wurde.
  • Die Bundesversammlung hat gewählt: JOACHIM GAUCK IST NEUER BUNDESPRÄSIDENT. Auf Gauck entfielen 991 Stimmen.
  • Gauck nimmt Wahl an. Wie erwartet, hat Gauck die Wahl umgehend angenommen und spricht nun vor der Bundesversammlung.
  • Verweis auf 18. März 1990. Gauck beginnt seine Rede mit dem Verweis auf die ersten freien Wahlen in der DDR am 18. März 1990. Die Bundesversammlung applaudiert. Mit Ausnahme der Linkspartei.
  • „Was für ein schönes Sonntag“. Gauck verweist in seiner Rede erneut auf Freiheit und Verantwortung und sagt: „Was für ein schöner Sonntag“.
  • Kurze, aber ansprechende Rede. Gauck möchte dafür einstehen, dass auch zukünftige Generationen dieses Land als „unser Land“ ansehen.
  • Singen der Nationalhymne. Die Bundesversammlung endet mit dem Singen der Nationalhymne.

Kommentar zum Thema: Der Bürger-Präsident

Artikelbild: Joachim Gauck (Bild: Dontworry; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)