F-35 Joint Strike Fighter (Bild: U.S. Air Force photo by Senior Airman Julius Delos Reyes; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

Laut einem Bericht von Wirtschaftsblatt.at haben einer Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri zufolge die hundert größten Rüstungskonzerne der Welt auch im Jahr 2010 ihre Umsätze steigern können. Demnach setzte sich der Aufwärtstrend 2010 mit einem Umsatzplus von einem Prozent auf rund 411,1 Milliarden Dollar (knapp 305,5 Milliarden Euro) im Vorjahresvergleich fort. In Zukunft könnte die Branche sogar wieder stärker wachsen, sollte sich die Sicherheitslage im Nahen Osten und Nordafrika weiter zuspitzen.

Der Gesamtumsatz lag damit ein Prozent über dem des Vorjahrs. Der Zuwachs selber viel geringer aus, da 2009 die Industrie ihren Umsatz noch um sieben Prozent hatte steigern können. Doch im Gegensatz zu anderen Industriezweigen wie der Automobilbranche konnten die Waffenhersteller ihre Absätze zumindest stabil halten.

Trotz Finanzkrise werden Waffen gekauft

„Die Zahlen für 2010 demonstrieren erneut die Fähigkeit der großen Konzerne, Waffen und militärische Dienstleistungen zu verkaufen, trotz der Finanzkrise, unter der andere Branchen zu leiden haben“, kommentierte Sipri-Expertin Susan Jackson die Studie. Einzelne Unternehmen hätten zwar Umsatzeinbrüche verbuchen müssen. Diese sind diese Jackson zufolge vermutlich nicht auf die Finanzkrise und Sparmaßnahmen, sondern auf den 2010 eingeleiteten Rückzug der ausländischen Truppen aus dem Irak zurückzuführen.

In Zukunft könnte der Umsatz der Branche allerdings noch deutlicher steigen, insbesondere wegen den Entwicklungen im Nahen Osten und Nordafrika. Zwischen dem Iran und Israel bahnt sich ein neuer Konflikt an. In den Staaten des „Arabischen Frühlings“ übernehmen zudem Islamisten die Macht, womit das Bedrohungspotenzial für Israel, aber auch für den ganzen Westen drastisch steigt.

Auch die Türkei rüstet weiter auf

Wie das Lobbymagazin Deutsch-Türkische-Nachrichten am Dienstag berichtete, rüstet auch die Türkei weiter auf und hat nun sogar einen Flugzeugträger bestellt. Es soll sich dabei um einen Typen US-amerikanischer Bauart handeln, auf dem F35-Kampfflugzeuge stationiert werden können. Die Türkei sieht sich zunehmend als regionale Macht in der islamischen Welt und strebt, zumindest dem Bericht nach, auch eine globale Führungsposition als Militärmacht an. Und es erscheint durchaus naheliegend, dass dies auch die Ambitionen des islamistischen Ministerpräsidenten der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, und seiner Regierungspartei AKP sind.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sind im weltweiten Waffenhandel die Umsätze um 60 Prozent gestiegen. Die Branche wird wie schon seit Jahren von Konzernen aus Amerika dominiert. So haben 44 der 100 größten Rüstungskonzerne der Welt ihren Sitz in den USA, 30 in Europa. Acht Konzerne haben ihren Sitz in Russland.

EADS liegt auf Platz sieben

Der US-Konzern Lockheed Martin führt nach wie vor die Rangliste an. Der Konzern setzte 2010 Sipri zufolge 35,7 Milliarden Euro im Waffengeschäft um. Der britische Konzern BAE Systems (32,9 Mrd. Dollar) und das US-Unternehmen Boeing (31,4 Mrd. Dollar) folgen an zweiter und dritter Stelle, das deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen EADS liegt mit Waffenverkäufen in Höhe von 16,4 Milliarden Dollar auf Platz sieben.

Wegen mangelnder Daten fehlen allerdings Unternehmen aus China, der Ukraine und Kasachstan in der Sipri-Übersicht. Ansonsten wäre sicher auch China in der Rangliste vertreten, meinen die Sipri-Forscher. Wie schon in den Vorjahren war die Firma Rheinmetall das stärkste mehrheitlich deutsche Unternehmen. Mit Rüstungsumsätzen in Höhe von knapp 2,7 Mrd. Dollar belegt der MDax-Konzern aus Düsseldorf Platz 31 in der Sipri-Liste. Weitere deutsche Unternehmen unter den Top-100 waren ThyssenKrupp auf Platz 56 und Diehl auf Platz 63 . (TH)

Artikelbild:  F-35 Joint Strike Fighter (Bild: U.S. Air Force photo by Senior Airman Julius Delos Reyes; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)