Wladimir Putin (Bild: Presidential Press and Information Office; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, wurde nach einem staatlichen russischen Fernsehbericht ein angeblicher Anschlag auf Ministerpräsident Wladimir Putin vereitelt.

Wie der vom Kreml kontrollierte TV-Sender Perwy Kanal (deutsch: Erster Kanal) berichtet, soll der ukrainische Geheimdienst SBU international gesuchte Terroristen in der Schwarzmeerstadt Odessa festgenommen haben. „Ich kann die Meldungen aus Moskau bestätigen, zusammen mit den Kollegen aus Russland wurde ein Attentat verhindert“, sagte Marina Ostapenko, Sprecherin des SBU am Montag in Kiew.

Zwei Islamisten festgenommen

Im Fernsehen wurden zwei verhaftete Männer gezeigt. Es soll sich dabei um Islamisten handeln, die angeblich im Auftrag des tschetschenischen Rebellenführers Doku Umarow arbeiten. Die Männer seien aus den Arabischen Emiraten über die Türkei in die Ukraine eingereist.

Umarow wurde in der Vergangenheit für mehrere Anschläge in Moskau verantwortlich gemacht. Auf den Computern der Verdächtigen seien Anschlagspläne sowie Aufnahmen von Putins Regierungslimousine gefunden worden. Demnach sollten sie den Anschlag in Odessa vorbereiten und diesen nach der Wahl ausführen. „Sie haben uns gesagt, dass wir zunächst nach Odessa kommen und lernen sollen, wie man Bomben baut“, sagte einer der Verdächtigen gegenüber Perwy Kanal.

Anschlag nach den Präsidentschaftswahlen

„Das Ziel war, nach Moskau zu fahren und zu versuchen, einen Mordanschlag auf Regierungschef Putin zu verüben“, zitiert Perwy Kanal den zweiten Verdächtigen. Der Anschlag auf das Fahrzeug des 59-Jährigen sollte laut dem Bericht nach den Präsidentschaftswahlen am 4. März verübt werden. An der Großstraße Kutusowsky-Prospekt in Moskau, die zum Weißen Haus, dem Amtssitz des Präsidenten, führt, seien bereits Sprengsätze versteckt worden.

Laut Perwy Kanal kamen die Geheimdienste der Ukraine und Russlands dem angeblichen Mordkomplott nach einer Explosion Anfang Januar in Odessa auf die Spur. Die Explosion sei offenbar ausgelöst worden, als die Verdächtigen sich mit dem Bau von Bomben versuchten. Ein dritter Mann sei dabei getötet worden.

Sprecher bestätigt Fernsehbericht

Putins Sprecher Dmitri Peskow teilte der Nachrichtenagentur ITAR-TASS mit, er könne den Fernsehbericht bestätigen, aber keine weiteren Angaben machen. Putin will sich abermals zum Staatsoberhaupt wählen lassen. Er war bereits in den Jahren 2000 bis 2008 zwei Wahlperioden lang russischer Präsident und gab das Amt später an den derzeitigen Staatschef Dmitri Medwedew ab. Gegen seine erneute Kandidatur gehen seit Wochen tausende Menschen auf die Straßen und demonstrieren. (TH)

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