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In der Kritik der Ultra-Linken: Joachim Gauck (Bild: Tohma; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

Nach der Einigung der Regierungskoalition auf Joachim Gauck als Kandidaten für das Bundespräsidentenamt mehren sich insbesondere im ultra-linken Lager kritische Stimmen. So werden Gauck Äußerungen über Sarrazin, den Afhanistan-Krieg und die Occupy-Bewegung zur Last gelegt, die jeweils nicht auf Linie der Sozialisten waren.

Besonders heftig ist die Kritik an Gauck freilich in Reihen der Linkspartei. Die Kommunisten gaben bereits bekannt, einen eigenen Kandidaten aufstellen zu wollen. So sagte beispielsweise Ex-Parteichef Oskar Lafontaine gegenüber der Saarbrücker Zeitung: „Wenn alle in die falsche Richtung laufen und einen Kandidaten unterstützen, der den Abbau des Sozialstaats und den Krieg als Mittel der Politik für richtig hält, dann muss es wenigstens eine politische Kraft geben, die dagegen hält.“ Allerdings dürfte aus Sicht der Linken viel schwerer wiegen, dass Gauck als Bürgerrechtler in der DDR gegen das SED-Regime kämpfte und nach der Wende mehrere Jahre Chef der Stasi-Unterlagen-Behörde war.

Über mehrere Äußerungen von Herrn Gauck geärgert“

Weitere kritische Töne kommen aus Reihen der Grünen, beispielsweise von Hans-Christian Ströbele, der sich über Gaucks Äußerungen zu Thilo Sarrazin und der Occupy-Bewegung echauffierte. Gegenüber der Frankfurter Rundschau sagte Ströbele: „Ich habe damals für ihn gestimmt, aber später habe ich mich über mehrere Äußerungen von Herrn Gauck geärgert.“ Ströbele beklagte, dass Gauck Sarrazin mutig genannt habe, „ohne zu erwähnen, dass Sarrazin damit einem Teil der Migranten-Bevölkerung unterstellt, sie würden das Land erobern und ihnen das Existenzrecht in Deutschland abspricht“.

Mit Blick auf Gaucks Äußerungen zur Occupy-Bewegung sagte Ströbele: „Inzwischen beklagen selbst die härtesten Kapitalisten Übermacht und Machtmissbrauch des Finanzsystems. Wie kann Herr Gauck den Protest dagegen auf der Straße unsäglich albern nennen – zumal er doch als Ex-Bürgerrechtler eher Sympathie mit den Protestanten haben sollte, die weltweit mit viel persönlichem Einsatz demonstrieren.“

Statthalter der politischen Korrektheit in großer Sorge

Ähnlich argumentiert Memet Kilic, grüner Fraktionssprecher für Integration und Bürgeranliegen, der bekannt dafür ist, stets Kritik an der deutschen Gesellschaft zu üben, kaum dass es um Themen wie Islam und Integration geht. Seiner Meinung nach sei Gauck sogar „nicht wählbar“, was allerdings angesichts der bisherigen Äußerungen Klilics nicht verwundert. Dasselbe gilt für Stimmen verschiedener Vertreter von Migrantenverbänden wie beispielsweise dem Bundesvorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, der Gauck ebenfalls für seine Äußerungen zu Sarrazin kritisierte.

So zeigt sich bereits zwei Tage nach der Einigung auf Gauck als Kandidaten, dass die Statthalter der politischen Korrektheit in großer Sorge sind. Kaum verwunderlich, dass die ersten kritischen Stimmen vornehmlich in Zeitungen der ultra-linken DuMont-Medien publiziert wurden. Deren Redakteure unterhalten bekanntlich Kontakte bis in linksextreme Kreise. Während Thilo Sarrazin in den DuMont-Medien stets unsachlich wie beleidigend diffamiert wird, kommen dort regelmäßig Vertreter der vom Verfassungsschutz beobachteten Linkspartei zu Wort, ohne dass deren teils höchst bedenkliche Äußerungen kritisch reflektiert würden.

69 Prozent der Bürger stehen hinter Gauck

Anders als ultra-linke Politiker und Medienvertreter denkt indes das Volk über die Nominierung Gaucks. Laut einer Blitzumfrage des ZDF stehen 69 Prozent der Bürger hinter dessen Präsidentschaft. Aber auch das verwundert nicht. Schließlich erfuhr sich auch Thilo Sarrazin großen Zuspruch in der Bevölkerung, zum großen Entsetzen der selbsternannten Erziehungsbeauftragten in Kreisen von Linkspartei, Grünen und DuMont-Medien. (MP)

Kommentar zum Thema: Die Linke lässt die Hüllen fallen

Artikelbild: Joachim Gauck (Bild: Tohma; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)