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Liegt in Umfragen klar vorn: Joachim Gauck (Bild: Dontworry; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

In der Regierungskoalition ist ein Streit entbrannt: das FDP-Präsidium sprach sich für Joachim Gauck als neuen Bundespräsidenten aus. Merkels CDU ist dagegen.

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Am heutigen Abend um 20.00 Uhr treffen sich Vertreter von Regierung und Opposition im Bundeskanzleramt, um über einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten zu beraten. Die SPD teilte bereits mit, dass sie an Joachim Gauck festhalten will. Gauck war bereits vor zwei Jahren mit Unterstützung der SPD gegen Christian Wulff angetreten. Nun wurde bekannt, dass auch die FDP eine Kandidatur Gaucks unterstützen will.

Union gegen Gauck

Darum ist nun ein Streit in der Koalition entbrannt. Denn die Union ist nach wie vor strikt gegen Gauck als Nachfolger von Christian Wulff. Seine Präsidentschaft sei CDU und CSU nicht zu vermitteln, berichtet Spiegel-Online unter Berufung auf Regierungskreise.

Konkrete Argumente, die gegen Gauck sprechen, sind bisher allerdings nicht bekannt. Daher ist es naheliegend, dass es Merkel und anderen CDU-Politikern eher um persönliche Befindlichkeiten geht: sie hatten sich vor zwei Jahren gegen Gauck ausgesprochen. Dessen Kandidatur jetzt zu unterstützen käme dem Eingeständnis gleich, seinerzeit auf das falsche Pferd gesetzt zu haben.

Gauck in Umfragen vorn

Derweil gab es bereits die ersten Absagen potenzieller Kandidaten für das Amt: Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) soll offiziell gefragt worden sein, berichtet Welt-Online, stünde aber demnach nicht zu Verfügung. Dasselbe gilt für den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, der laut dpa ebenfalls von der Regierungskoalition angefragt wurde und ablehnte. Als weitere potenzielle Unions-Kandidaten werden der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber, Ursula von der Leyen, Wolfgang Schäuble und Thomas de Maizière gehandelt.

In diversen Umfragen liegt indes Joachim Gauck klar vorn. Als weitere Kandidaten bewerben sich derweil Henryk M. Broder und Hamed Abdel-Samad in einem offenen Brief an die Kanzlerin auf Welt-Online. Leider dürfte diese, sicher nicht ganz ernstgemeinte Bewerbung der politisch höchst inkorrekten Publizisten keine Aussicht auf Erfolg haben. (MP)

UPDATES

  • Laut Welt-Online favorisiert die Union aktuell Wolfgang Huber und Klaus Töpfer als Kandidaten für das Präsidentenamt.
  • Wie ebenfalls Welt-Online berichtet, hat die FDP Huber und Töpfer abgelehnt udn hält an Gauck fest. Andernfalls solle ein ganz neuer Kandidat her. Die Präsidentenfrage könnte die Koalition in die Krise stürzen.
  • UNION UNTERSTÜTZT GAUCK? Wie die FAZ auf ihrer Internetseite berichtet, hat sich die Union umentschieden und unterstützt nun die Kandidatur Joachim Gaucks. Offizielle Bestätigung liegt noch icht vor.
  • EILMELDUNG: Jetzt berichet auch Spiegel-Online, dass sich Union und FDP auf Gauck geeinigt haben. Dies berichteten das ZDF und der Tagesspiegel, dpa bestätigte die Meldung.

Kommtentar zur Ära Wulff: Die peinlichste Präsidentschaft

Artikelbild: Joachim Gauck (Bild: Dontworry; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)