Ort des fünften Gipfels der Integrationsverweigerer: das Bundeskanzleramt (Bild: Manfred Brückels; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

In Berlin fand heute der fünfte so genannte Integrationsgipfel statt. Eine trügerische Bezeichnung. Denn notwendig wurde dieser Gipfel aus Sicht der Politelite sicherlich nicht, weil Integration in Deutschland so gut funktionieren würde. Also lädt man gerade einige von denen, die der Integration praktisch im Wege stehen, zur Plauderstunde ins Kanzleramt ein. Beispielsweise Kenan Kolat und Aiman Mazyek, Anführer islamischer Verbände, deren wesentliches Tagesgeschäft es ist, die Anpassung der in Deutschland lebenden Muslime an die Mehrheitsgesellschaft zu verhindern.

Und auch das gehört bei der nationalen Peinlichkeit „Integrationsgipfel“ mittlerweile schon zur Tradition: die linke Kanzlerin und ihr ministeriales Gefolge überschlagen sich mit metropolicomigen Worten und politischen Angeboten in Richtung hier lebender Migranten. Und die noch linkere Opposition reagiert darauf mit der Kritik, das alles sei noch längst nicht genug. Heuer die beliebteste Floskel: auf Worte müssten Taten folgen. Taten? Von wem eigentlich? Von der Mehrheitsgesellschaft, versteht sich.

Fordern und fördern bedeutet nämlich heutzutage: Fordern tun die Migranten, allen voran die muslimischen. Und zu fördern haben gefälligst die Deutschen, am besten mit Geld, Aufmerksamkeit und Zusagen. Oder wie heute mit einem Nationalen Aktionsplan, dessen Ziel es ist, mehr Migranten im Öffentlichen Dienst zu beschäftigen. Denn die derzeitige Quote von 9,9 Prozent sei bei weitem nicht ausreichend, sagte die Integrationsbeauftragte Böhmer, die sich zudem einmal mehr zu einem verbalen Kniefall vor der linken Medienzunft hinreißen ließ: es brauche einen „neuen Qualitätsschub in der Integration“ und eine neue „Willkommenskultur in Deutschland“, so ihr unterwürfiges Zitat, das bereits mit Hochdruck durch den medialen Äther gepumpt wird.

Waren Migranten hierzulande denn bislang unwillkommen? Oder war die bisherige „Willkommenskultur“ in Form von Transferzahlungen, kostenloser Bildung, medizinischer Versorgung, beruflichen Perspektiven und hohem Lebensstandard nicht ausreichend genug?

Kaum eine Veranstaltung offenbart den völligen Realitätsverlust im politischen und medialen Establishment besser als diese. Über die Probleme, die es bei der Integration gibt und die Gründe, die das hat, wurde einmal mehr nicht gesprochen. Dass die niedrige Quote von 9,9 Prozent Migranten im Öffentlichen Dienst wohl vornehmlich in mangelnder Qualifikation begründet ist, was wiederum daran liegt, dass in Deutschland hauptsächlich Einwanderung von Geringqualifizierten in Transfersysteme erfolgt, blieb freilich unerwähnt. Und dass es hauptsächlich Muslime sind, mit denen es signifikante Integrationprobleme gibt, ist zwar eine für jedermann ersichtliche Tatsache, gleichwohl jedoch ein unaussprechbares Tabu im Kreise dieser sich selbst beweihräuchernden Runde. Die Wahrheit ist: eigentlich müsste man zu einem Integrationsgipfel, der diesen Namen verdient, die renommiertesten Islamkritiker der Republik einladen, am besten unter der Leitung von Thilo Sarrazin. Und man müsste jene einladen, die sich integriert haben, und fragen, wie sie das getan haben, anstatt jene einzuladen, die sich nicht integrieren, und fragen, was man noch so für sie tun könnte.

Apropos. Als Sohn eines Spaniers muss ich mich angesichts derartiger Veranstaltungen ohnehin wundern, warum mein Vater bitte schön so bescheuert gewesen ist, als Einwanderer in diesem Land die deutsche Sprache zu lernen, sich anzupassen, jahrzehntelang arbeiten zu gehen und irgendwann sogar anzufangen, hinter arabisch- und türkisch-stämmigen Nachbarn in Haus, Hof und Garten herzuputzen?! Da hätten es Spanier, Griechen und Italiener auch einfacher haben können. Dazu wäre es lediglich notwendig gewesen, stets die Symbole der eigenen Kultur zur Schau zu tragen, die Integration mehrheitlich zu verweigern, stattdessen auf Kosten des Staates zu leben, eigene Subkulturen und Parallelgesellschaften zu bilden, ständig der Mehrheitsgesellschaft Intoleranz und Rechtsextremismus zu unterstellen und sich im Namen einer wie auch immer gearteten Politreligion in geradezu unendliche Forderungs- und Rechtfertigungsarien zu steigern. Aber so ist das nun mal: hinterher ist man immer klüger.

Artikelbild: Das Bundeskanzleramt (Bild: Manfred Brückels; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)